Investieren mit Fonds

Wenn du an der Börse investieren möchtest, möchtest du möglichst viel Rendite (Gewinn) erzielen bei möglichst niedrigem Risiko. Das Zauberwort hierfür heißt Diversifikation, also Risikostreuung: Um zu vermeiden, dass sich all dein Geld bei der Insolvenz eines einzelnen Unternehmens in Luft auflöst, solltest du dein Geld in viele verschiedene Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen investieren.

Besonders leicht und kostengünstig funktioniert das über Fonds.

Aktien- und Anleihenfonds

Ein Fonds bündelt das Geld von vielen Anlegerinnen* wie dir und mir und investiert es in viele verschiedene Unternehmen. Es gibt Aktienfonds, Anleihenfonds und Mischfonds (eine Mischung aus Aktien und Anleihen). (Hier kannst du nachlesen, was der Unterschied zwischen einer Aktie und einer Anleihe ist.) (Es gibt noch viele andere Fonds-Formen, aber die lassen wir hier unerwähnt.)

Zwei unterschiedliche Arten von Fonds sind in der Diskussion häufig zu finden: Aktive Fonds und ETFs, auch passive Fonds genannt. Beides gibt es als Aktien- und als Anleihen-Fonds. Ich werde hier nur von Aktienfonds reden, aber Anleihenfonds funktionieren ganz ähnlich, nur eben mit dem Risikoprofil von Anleihen.

Aktive Fonds

Ein aktiver Fonds ist der klassische Aktienfonds, wie du ihn von deiner Bank kennst: Eine Fondsmanagerin* entscheidet aktiv (daher der Name), welche Unternehmen gekauft werden.

ETF

ETF steht für Exchange Traded Fund, als börsengehandelter Fonds. Bei einem ETF gibt es keine Fondsmanagerin, die entscheidet, welche Aktien gekauft werden. Ein ETF folgt einer vorgegebenen Definition, ohne darüber nachzudenken. So eine Definition ist ein Aktienindex. Der bekannteste Deutsche Aktienindex ist der DAX: die 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen. Es gibt aber auch globale Indizes, die  Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern beinhalten.

Eine Fondsmanagerin entscheidet selbst, ob Wirecard ein lohnenswertes Unternehmen ist oder nicht. Der ETF hinterfragt nicht; solange Wirecard im DAX ist, wird die Aktie gekauft.

Was ist besser?

Beide Fonds-Arten haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.

ETF haben diese Vorteile gegenüber aktiven Fonds:

  • Sie sind günstiger. Der Computer kostet weniger als die Fondsmanagerin. Der Fondsmanagerin zahlst du durchschnittlich 1,55% Verwaltungsgebühr pro Jahr, dem ETF 0,35%. Das sind 1,2% weniger Kosten für dich, bzw. 1,2% mehr Rendite – pro Jahr!
  • Sie sind transparent. Die Zusammensetzung deines ETF kannst du jederzeit anschauen, wohingegen sich die Fondsmanagerin sich häufig nicht gerne in die Karten schauen lässt.
  • Sie liegen in deiner eigenen Verantwortung. Du kannst selbst jederzeit in ETF investieren oder sie wieder verkaufen, ohne eine Fondsmanagerin zu Rate zu ziehen. Das kannst du natürlich auch als Belastung empfinden; ich finde, es ist toll, die Verantwortung für etwas so wichtiges wie meine Finanzen selbst zu tragen.
  • Sie sind besser. Im Schnitt liefern ETF eine bessere Rendite als die Fondsmanagerin. Das liegt zum Teil an den niedrigen Kosten. Allerdings liegt es auch daran, dass der Computer sich nicht von dem typischen Emotionen der Börse (Angst und Gier) treiben lässt, sondern unbeirrt der vorgegebenen Definition folgt. Das führt dazu, dass die Rendite von ETF im Schnitt höher liegt als die von Fondsmanagerinnen. (Ein sehr gutes Buch zu ETF, aus dem ich auch diese Statistiken habe, ist das Buch “Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs” von Gerd Kommer.)

Aktive Fonds haben ihre eigenen Vorteile:

  • Sie können besondere Interessen besser abdecken. Der ETF folgt einer vorgegebenen Definition. Was, wenn es für einen deiner Wünsche keine klare Definition gibt? Ein Beispiel hierfür ist Nachhaltigkeit. Oder bestimmte Nischenthemen.
  • Sie übernehmen für dich die Verantwortung. Wenn es schlecht läuft, hast du also einen Sündenbock 😉 (Natürlich hast du dann auch die schlechtere Rendite, also lohnt sich der Sündenbock eigentlich nicht…)

Insbesondere mit kleinen Beträgen solltest du gut überprüfen, ob sich die höheren Kosten des aktiven Fonds lohnen. 

Von beiden Fonds-Arten gibt es mehrere Tausend Exemplare. Es ist also wichtig, genau hinzuschauen, welches für dich der richtige Fonds ist.

 

*Wegen der leichteren Lesbarkeit verwenden wir nur die weibliche Form. Männer sind natürlich immer mitgemeint.

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