Aktien, Anleihen… Was ist das eigentlich genau?

Hast du dir auch als Neujahrsvorsatz vorgenommen, endlich anzufangen zu investieren? Dann lernst du hier einige wichtige Grundlagen. 

Wenn du schon länger hier mitliest, dann weißt du natürlich, dass es diverse Gedanken gibt, die du dir VOR dem Investieren machen solltest – ich sage nur Zielsetzung, das magische Dreieck der Geldanlage, Notgroschen.

Für das kurzfristige “Parken” von Geld haben wir keine andere Möglichkeit, als das Geld auf einem Konto liegen zu lassen. Dank 72er-Regel weißt du aber, dass sich da bei den niedrigen Zinsen nicht lohnt. Aus Sicherheitsgründen z.B. beim Notgroschen ist es trotzdem notwendig, denn diese niedrigen Zinsen sind der Preis, den wir für die Sicherheit zahlen.

Für die langfristige Geldanlage kann es interessant sein, dein Geld an der Börse zu investieren. Andere Möglichkeiten sind z.B. Investitionen in Immobilien, also eine Wohnung oder ein Haus. 

Falls du dein Geld an der Börse investieren möchtest, hast du verschiedene Möglichkeiten. Zu den geläufigsten Möglichkeiten zählen Aktien und Anleihen, auch gerne in Form von Fonds. (Zu diesen Themen, auch den verschiedenen Fonds, erzähle ich euch in den kommenden Wochen mehr. Falls du lieber per Video lernst, kann ich dir meine Online-Kurs-Bausteine empfehlen. Das Thema Börse fängt ab Modul 3, so richtig ab Modul 5 an.)

Aktien

Definition einer Aktie

Eine Aktie ist ein Anteilsschein an einem Unternehmen. Konkret heißt das: Wenn du eine Aktie besitzt, gehört dir ein Teil des Unternehmens, von dem diese Aktie stammt. Dir gehört also der Stuhl der Geschäftsführerin*, oder ein Tischbein. (Natürlich ist nicht festgelegt, welcher Teil des Unternehmens dir gehört – du hast also keinen Anspruch auf den Stuhl.) 

Gewinn einer Aktie

Die Rendite, oder der Gewinn bzw. Verlust (positive oder negative Rendite), die du mit einer Aktie machen kannst, beruht auf zwei Quellen: 

  • Kursgewinn: Du hast einen Kursgewinn, wenn deine Aktie im Wert steigt und du sie zu einem höheren Preis verkaufst, als du sie gekauft hast. Beispiel: Du hast im Januar 2010 eine Microsoft-Aktie gekauft; damals kostete sie 20,10 €. Wenn du sie jetzt (Januar 2021) verkaufst, bekommst du 179,90 € dafür. Du machst also einen Gewinn von 159,80 € (179,90 € – 20,10 €), minus Gebühren und Steuern. Das ist der Kursgewinn, den du mit einer Aktie erzielen kannst. Es kann sich natürlich auch andersherum entwickeln: Wenn du im Januar 2010 Aktien von ThyssenKrupp gekauft hättest, hättest du damals 22,99 € gezahlt. Im Januar 2021 würdest du dafür noch 8,91 € bekommen. Du hättest also einen Verlust von 14,08 € gemacht – ebenfalls minus Gebühren.  
  • Dividenden: Ein Unternehmen, das einen Gewinn erwirtschaftet, kann diesen Gewinn an seine Aktionärinnen* auszahlen. Dabei beschließen die Aktionärinnen bei der jährlichen Hauptversammlung, welcher Anteil des Gewinns an die Aktionärinnen* ausgeschüttet werden soll und welcher Anteil in das Unternehmen reinvestiert werden soll, um z.B. neue Projekte zu finanzieren oder um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Im Corona-Jahr haben viele Unternehmen keine Dividende ausgeschüttet, weil die Gewinnaussichten sehr unsicher sind. Dein Anteil an den Dividenden hängt hauptsächlich von der Anzahl deiner Aktien ab; je mehr Aktien du besitzt, umso höher ist der Anteil der Dividende, die dir zuspricht. 

Bei Aktiengewinnen ist es wichtig, dass du den Unterschied dieser beiden Gewinnquellen kennst: Der Aktienkurs beruht hauptsächlich darauf, wie die Zukunftsaussichten des Unternehmens sind. Die Dividendenhöhe beruht dagegen hauptsächlich darauf, welchen Gewinn das Unternehmen im vergangenen Jahr erwirtschaftet hat. Der Aktienkurs spiegelt also die (erwartete) Zukunft des Unternehmens wider, die Dividende die Vergangenheit. 

(Mehr zum Preis von Aktien und Anleihen kommt nächste Woche!)

Anleihen

Definition einer Anleihe

Eine Anleihe (häufig auch Rente genannt – ein meiner Meinung nach verwirrender Name, weil sie nichts mit der Rentenversicherung zu tun hat) kennst du vermutlich hauptsächlich aus dem Begriff der Staatsanleihe; es gibt aber auch Unternehmensanleihen. Es ist eine Schuldverschreibung, was bedeutet, dass du dem Staat oder Unternehmen, von dem du eine Anleihe kaufst, einen Kredit gibst. Nochmal als Unterscheidung zur Aktie: 

Mit einer Aktie kaufst du einen Teil des Unternehmens; mit einer Anleihe gibst du einem Staat oder einem Unternehmen einen Kredit.

Gewinn einer Anleihe

  • Kuponzahlungen: Wenn du einen Kredit bei einer Bank aufnimmst, musst du regelmäßig Zinsen zahlen. Genauso bekommst du Zinszahlungen von dem Staat oder Unternehmen, dessen Anleihe du besitzt. Die Höhe der Zinsen ist entweder festgelegt über die gesamte Laufzeit der Zinsen, oder sie orientiert sich an dem Leitzins, der von der Zentralbank (bei uns ist das die Europäische Zentralbank EZB) festgelegt wird. Am Ende der Laufzeit des Kredits, also deiner Anleihe, bekommst du deine ursprüngliche Zahlung wieder zurück. 
  • Kursgewinn: Auch bei einer Anleihe kann sich der Preis der Anleihe verändern. Wenn du die Anleihe bis zum Ende der Laufzeit behältst, bekommst du deinen Einstiegspreis wieder zurück. Wenn du jedoch vorzeitig verkaufst, kann es sein, dass du einen anderen Preis erhältst. 

Nächste Woche erzähle ich euch, wie der Preis einer Aktie bestimmt wird und wie sich Aktien und Anleihen über längere Zeit entwickeln. 

*Wegen der besseren Lesbarkeit verwenden wir immer die weibliche Form. Männer sind selbstverständlich mitgemeint!

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