ETFs im Alter: klug verteilen, geschickt entnehmen

Du kennst uns, wir predigen es bei jeder Gelegenheit: heute mit der richtigen Strategie zu investieren und vorzusorgen, schließt deine Rentenlücke und kommt deiner persönlichen AltersvorFREUDE zu Gute. Und wenn du das Ganze nachhaltig angehst – was ganz einfach möglich ist – tust du dabei noch etwas Gutes für die Zukunft unseres Planeten. Klassischer Win-Win. 

Ganz wichtig dabei: Nicht alle Eier in einen Korb legen! Aber wie genau kommst du im Alter wieder an dein Vermögen?! Eine gute Entnahmestrategie muss her! Zeit, sich einmal genauer damit zu beschäftigen.

Von Dividenden leben

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du im (Renten-)Alter wieder an dein Geld kommen kannst. Je nach investierter Summe ist es denkbar, dass du später von den Ausschüttungen oder Dividenden lebst. Diese Ausschüttungen können in ihrer Höhe variieren, das heißt, du wirst nicht den immer gleichen Betragmonatlich oder quartalsweise zur Verfügung haben. Das solltest du bei dieser Variante unbedingt beachten. Der Vorteil ist allerdings, dass deine Investitionen im Kapitalmarkt investiert bleiben und weiter für dich arbeiten können.

Solltest du aktuell in deiner Ansparphase auf thesaurierende (also reinvestierende) ETFs setzen, kannst du darüber nachdenken, dein investiertes Vermögen rechtzeitig in einen ausschüttenden ETF umzuschichten. Klar, das ist mit etwas Aufwand und auch Kosten verbunden, aber in diesem Fall kann das eine durchaus gerechtfertigte Maßnahme sein.

Unser Check:

Kosten Risiko Komfort
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Disziplin versus Zinseszins

Natürlich könntest du auch von Anfang an auf Ausschütter setzen bzw. jetzt schon umsatteln. Allerdings solltest du dann auch dafür sorgen, dass du die anfallenden Ausschüttungen schnellstmöglich wieder reinvestierst, damit der Zinseszins sein Wunderwerk vollbringen kann. Vieles ist möglich und du kennst dich selbst am besten. Es gibt Broker, die optional Ausschüttungen über einem bestimmten Betrag automatisch reinvestieren, ohne dass für dich dadurch zusätzliche Kosten entstehen.

Auszahlplan – das Gegenstück zum Sparplan

Du weißt wie ein ETF-Sparplan funktioniert? Prima! Dann weißt du im Grunde auch schon wie ein Auszahlplan funktioniert! Du vereinbarst mit deinem Broker einen festen Betrag, der dir zum Beispiel monatlich ausgezahlt werden soll und dein Broker verkauft die dafür nötigen Anteile für dich. Hierbei kannst du entscheiden, ob dir nur die Überschüsse ausgezahlt werden (ohne Kapitalabschmelzung) oder auch Teile deines eingezahlten Geldes (mit Kapitalabschmelzung). Welcher Betrag sinnvollerweise aus deinem Vermögen entnommen werden sollte, hängt von der jeweiligen Entnahmestrategie ab (z. B. 4 % Regel). Diese Art der Entnahme bieten bislang erst wenige Broker an und sie ist mit Kosten verbunden. Wer dabei ist, kannst du hier nachlesen.

Unser Check:

Kosten Risiko Komfort
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Einmal alles bitte!

Du kannst auch um deinen Renteneintritt rum alles auf einen Schlag verkaufen, dann sitzt du auf einem (hoffentlich) großen Batzen Geld auf einmal. Diesen kannst du dann auf Tages- oder Festgeldkonten parken und nach und nach verbrauchen. Für dieses Geld würde sich eine Zinstreppe anbieten. Wenn du dich für diese Variante entscheidest, musst du allerdings einen günstigen Zeitpunkt an der Börse abpassen, um möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Bedenke auch, dass bei dieser Variante dein Geld nicht mehr so viel Rendite erwirtschaften kann wie zuvor. Die historische Rendite eines MSCI World ETF lag die letzten 50 Jahre bei durchschnittlich 8 %[1]. Die Zinsen, die es auf Tages- und/oder Festgeld gibt, liegen in der Regel deutlich niedriger, aktuell bei ∼ 4 %.  Aber eine Glaskugel, wie in 30 Jahren die Lage sein wird, haben wir natürlich auch nicht…

Du kannst dich auch entscheiden, nicht alles auf einen Schlag bei Renteneintritt zu verkaufen, sondern erstmal nur die Anteile/Summe, die du für die nächsten 5-10 Jahre brauchst. Der Rest darf investiert bleiben. Behalte nur gut die Börse im Auge, denn dein Risiko ist hier höher, du solltest Abschwungphasen an der Börse aussitzen können. Wer sich für diese Variante entscheidet und noch rentabler agieren möchte, der kann sich die 3*10-Entnahmestrategie von Finanztip näher ansehen. Aber Achtung, nur für Fortgeschrittene! 

Unser Check:

Kosten Risiko Komfort
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Bitte scheibchenweise – der Bankauszahlplan

Eine bislang noch wenig bekannte Möglichkeit ist der Bankauszahlplan. Hierbei handelt es sich um eine Einmalanlage mit regelmäßiger Entnahmerate. Dabei legst du einen bestimmten Betrag für eine fest­gelegte Dauer und Zins­höhe an. Zinsen und Kapital werden in gleich­bleibenden Raten über den vereinbarten Zeitraum an dich ausgezahlt. Die möglichen Laufzeiten liegen zwischen 2 und 30 Jahren und aktuell gibt es bis zu 3,75 % Zinsen. Diese Variante könntest du auch für dein bereits ausgezahltes ETF-Vermögen nutzen. Stiftung Warentest hat hier die aktuellen Angebote verglichen.

Unser Check:

Kosten Risiko Komfort
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Egal wofür dich du entscheidest, kenne deine Möglichkeiten und schau, was sich für dich und deine Altersvorfreude am besten eignet. Denn hier lohnt es sich schon jetzt an später zu denken!

 

[1] https://guidingdata.com/realrendite-msci-world-berechnung/

 

 
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2 Replies to “ETFs im Alter: klug verteilen, geschickt entnehmen”

  1. Brigitte

    Liebes fff-Team,
    vielen Dank für den Artikel, der mal die andere Seite (Entnahmen statt Anlegen) betrachtet.
    Herzliche Grüße, Brigitte

  2. Isabel, Female Finance Forum

    Liebe Brigitte,

    wir freuen uns, dass wir mit unserem Blogbeitrag deinen thematischen Geschmack getroffen haben 😊

    Liebe Grüße
    dein 3f-Team

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