Das Depot deiner Wahl

Um an der Börse investieren zu können – egal, ob in einzelne Aktien oder in Aktienfonds (wie ETFs) – benötigst du ein Depot. Ein Depot ist quasi deine Eintrittskarte zur Börse.

Bei der Wahl deines Depots gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Noch wichtiger allerdings: VOR der Wahl deines Depots solltest du über verschiedene Punkte Klarheit haben.

1. In was möchtest du investieren?

Ein Depot ist wie ein Supermarkt. Wenn du einfache Nudeln kaufen möchtest, bekommst du die in (fast) jedem Supermarkt. Wenn du aber eine bestimmte Sorte (und nur diese!), von genau einer Marke, mit genau 9 Minuten Kochzeit suchst, lohnt es sich, vorher zu recherchieren, welcher Supermarkt diese Nudeln verkauft. Nicht jeder Laden wird diese Nudeln haben, und vielleicht zahlst du sehr unterschiedliche Preise.

Zuerst solltest du dich also entscheiden, in was du investieren möchtest (ETFs, aktive Fonds, einzelne Aktien oder Anleihen, Kryptowährungen…), und dann passend dazu dein Depot auswählen.

2. Wie aktiv möchtest du handeln?

Möchtest du täglich in dein Depot schauen, jede Woche mindestens drei Mal kaufen oder verkaufen und deine Finanzen zu deinem neuen Hobby machen? Dann solltest du dir ein Depot suchen, bei dem du nicht für jeden Trade (also jeden Kauf oder Verkauf) bezahlst, sondern z.B. eine fixe Summe pro Monat zahlst und so oft handeln kannst, wie du willst. Wenn du stattdessen einfach einmal im Jahr deinen Dagobert Duck-Tag machst und ansonsten monatlich deinen automatischen Sparplan ausführen lässt, solltest du eher auf die Sparplan-Kosten achten.

Übrigens gibt es ETF-Sparpläne immer wieder kostenlos; hier würde ich dir allerdings empfehlen, dich nicht von irgendwelchen Aktionen locken zu lassen. Wenn du dein Geld für die nächsten 20 bis 30 Jahre investierst, ist es völlig egal, ob du dir die ersten sechs Monate lang die Gebühren sparst.

3. Wie hoch ist deine Investitionssumme?

Möchtest du monatlich 25 €, 250 € oder 2500 € investieren? Alles ist möglich, aber vielleicht nicht alles über dasselbe Depot. Wenn die Kosten für den Sparplan zu hoch sind, kann es sich auch lohnen, z.B. nicht 25 € pro Monat zu investieren, sondern 75 € pro Quartal. Damit sparst du dir zwei Mal die Gebühren. Je nach Höhe der Summe solltest du darauf achten, ob die Kosten prozentual berechnet werden oder als Fixpreis.

4. Sonstige Aspekte

Depots unterscheiden sich noch in anderen Aspekten. Manche Depots gibt nur als Handy-App; das muss man mögen. Ich fand es anfänglich sehr merkwürdig, aber mittlerweile genieße ich es sehr, meine Finanzen immer in der Tasche zu tragen.

Nachhaltige Banken bieten sich übrigens selten für die Investition in ETFs. Nachhaltige Banken erlauben häufig keine Investition in Fremdprodukte, da sie sonst ihre eigenen Standards nicht garantieren können. Wichtiger als die Wahl des Depots ist aber ohnehin die Wahl deiner Investition. Dein Geld investierst du ja gezielt in Unternehmen; die Bank, bei der du dein Depot hast, profitiert nur wenig davon.

Ganz praktisch: Wie findest du dein Depot?

Wenn du bereits einen ETF ausgewählt hast, kannst du z.B. bei justETF oder bei extraETF nachschauen, in welchem Depot du diesen ETF mit deiner Investitionssumme und deiner Häufigkeit (Sparplan oder Einmal-Investition) am günstigsten handeln kannst. Außerdem bieten Stiftung Warentest und Finanztip Bewertungen zu verschiedenen Depots.

Ein Depot zu eröffnen funktioniert genauso einfach, wie ein Konto zu eröffnen. Vielleicht hat die Bank, bei der du dein Konto hast, auch gute Konditionen für ein Depot? Dann geht der Prozess noch schneller und du musst dich nicht neu identifizieren. Dank Video-Ident und ähnlichen Prozessen kriegen viele Banken den Eröffnungs-Akt aber mittlerweile recht schnell und unkompliziert hin.

 

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