Immer nur sparen, sparen, sparen…

… und was ist mit leben?

In meinen letzten Blogeinträgen (“Verdienst oder Vermögen?” und “Brauchen oder Wollen?”) ging es viel um sparen und ausgeben – unsere Ausgaben sollte kleiner sein als unsere Einnahmen. Das erreichen wir normalerweise nur, weil wir uns zurückhalten – der Kleinwagen anstelle vom Porsche (oder Tesla!), selber kochen statt Drei-Gänge-Menü im Sternerestaurant, der Kaffee zu Hause statt bei Starbucks.

Doch was, wenn mir dieser Coffee to Go einfach wahnsinnig viel Freude bereitet? Das Gefühl, mit einem frisch gebrühten Kaffee in der Hand durch die Fußgängerzone zu laufen…

Ich will doch nicht bei jedem einzelnen Kaffee ein schlechtes Gewissen haben, weil ich dieses Geld ja auch sparen und irgendwie anlegen könnte, um irgendwann vielleicht einmal ein schönes Leben davon zu haben. Warum sollte ich nicht einfach jetzt ein schönes Leben haben und den Kaffee genießen?

Wie in fast allen Bereichen ist es wichtig, 1.) deine eigenen Prioritäten zu kennen, und 2.) ein gesundes Mittelmaß zu finden.

1.) Kenne deine Prioritäten!

Ist es wirklich der Kaffee, der dir Freude bereitet? Dann genieß ihn. Es ist nur wichtig, dass du insgesamt in deinem Rahmen bleibst – wie du das erreichst, musst du selber entscheiden. Wenn du dein Geld für Kaffee ausgeben möchtest und es insgesamt schaffst, in deinen Grenzen zu bleiben, ist doch alles super. Wichtig ist, dass du herausfindest, welches für dich die wichtigen Aspekte sind und welche anderen Aspekte du dafür gegebenenfalls bereit bist, nach hinten zu stellen.

2.) Finde das gesunde Mittelmaß!

Wie heißt es so schön: Man nimmt nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. Es ist nicht das einmalige Drei-Gänge-Menü, durch das wir zunehmen, sondern die vielen kleinen Naschereien zwischendurch – ein Schokoriegel hier, eine Handvoll Chips da.

Dasselbe gilt für deine Finanzen: Das, was du regelmäßig ausgibst, wirkt sich in Summe stärker aus als die einzelne Sonderausgabe, die du dir gönnst. Das teure Fitnessstudio? Der Handyvertrag, der seit vier Jahren unverändert läuft, obwohl du weißt, dass es günstigere Möglichkeiten gibt?

Es ist jedenfalls nicht das Drei-Gänge-Menü, das als Ausnahme auf dem Speiseplan steht, wodurch am Ende des Jahres das Plus auf deinem Konto nicht so groß ist wie erhofft.

Seine eigene Mitte zu finden kann anstrengend und auch schmerzhaft sein.

Ein erster Schritt ist, seine Ein- und Ausnahmen aufzuschreiben, um sein eigenes Verhalten besser kennen zu lernen. Ein paar Tricks hierzu kommen bald!

Im nächsten Schritt kann es dann hilfreich sein, ein Budget für die verschiedenen Ausgabenblöcke zu erstellen – wieviel möchte ich für Miete und Notwendiges ausgeben, wieviel für Urlaub, wieviel sparen. Diese Budgets helfen, dich vor Frust-Käufen oder Spar-Anorexie zu bewahren. Auch hierzu kommen wir bald, bleib also dran!

Je besser du dich selber und deine Prioritäten kennst, umso mehr kannst du dich darauf verlassen, dass du ganz automatisch in deinem gesunden Mittelmaß bleiben wirst.

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