Dein (neuer) Sparer-Pauschbetrag

Das Jahr 2023 hat viele Änderungen im Gepäck, welche das im Einzelnen sind, kannst du hier nochmal nachlesen. Eine davon ist vor allem für Sparfüchsinnen* eine gute Nachricht: der Sparer-Pauschbetrag wurde erhöht!

Der Sparer-Pauschbetrag ist der Betrag, den eine Person aus Zinsen und Dividenden (Kapitalerträgen) erwirtschaften darf, ohne Steuern darauf bezahlen zu müssen. Wenn du also sparst und investierst, belohnt dich der Staat und erlaubt dir, ab 2023 1.000 € (pro Person; für Ehepaare sind es also 2.000 €) steuerfrei einzustreichen.

Sparen versus Investieren

Eigentlich ist es paradox: mit Sparen war die letzten Jahre kaum Rendite drin. Die Durchschnittsrendite auf klassische (und immer noch beliebte) Sparprodukte wie Sparbuch und Sparkonto betrug in den letzten 10 Jahren weniger als 0,5 %[1] (bei einer durchschnittlichen Inflationsrate um die 2 %). Für reine Sparerinnen war es in diesem Zinsumfeld so gut wie unmöglich, den Sparer-Pausch zu knacken.

Ein Beispiel, um das zu verdeutlichen:

Beim Sparen mit einem Zinssatz von 0,5 % müsstest du eine Summe von 160.000 € aufbringen, um pro Jahr auf 800 € Zinsen zu kommen und somit den (bisherigen) Sparer-Pauschbetrag auszuschöpfen. Und für den aktuellen Sparer-Pausch wären sogar 200.000 € nötig! Eher unrealistisch, finden wir. So viel Geld solltest du natürlich nicht einfach nur sparen, sondern investieren.

Investierst du dein Geld, statt es nur zu sparen, sind historisch betrachtet Renditen von durchschnittlich 9 %[2] pro Jahr drin. Zum Vergleich: Mit diesem Zinssatz reicht eine Investitionssumme von rund 12.500 €, um 1.000 € Zinsen einzuheimsen. Das klingt doch schon viel realistischer…

How to Freistellungsauftrag

Um deinen Sparer-Pauschbetrag nutzen zu können und von einer direkten Steuerersparnis zu profitieren, musst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten. Das geht in der Regel ganz unkompliziert online. Du legst dadurch fest, welcher Betrag bei dem jeweiligen Kreditinstitut von steuerlichen Abzügen „freigestellt“ wird.

Hast du mehrere Konten/Depots bei verschiedenen Anbieterinnen, dann kannst du die 1.000 € auch aufteilen.

Aber Achtung! Die freigestellten Beträge dürfen in Summe die 1.000 € nicht überschreiten. Das findet das Finanzamt sonst gar nicht witzig und denkt an Steuerhinterziehung…

Damit du dir darüber keine Sorgen machen musst, kannst du dir unsere Excel-Datei herunterladen, die dir dabei hilft, den Überblick über deine erteilen Freistellungsaufträge zu behalten.

Du kannst auch auf Freistellungsaufträge verzichten und dir die zu viel gezahlten (Kapitalertrags-)Steuern über die Steuererklärung zurückzuholen. In diesem Szenario zahlst du die anfallenden Steuern und sie werden dir zu einem späteren Zeitpunkt erstattet. Mit Freistellungsaufträgen werden dir (bis 1000 € Gewinn) keine Steuern abgezogen und du müsstest (zumindest aus diesem Grund) keine Steuererklärung machen. Warum das trotzdem immer eine gute Idee ist, kannst du hier nachlesen. 

Sparer-Pauschbetrag und seine Entwicklung

Der Sparer-Pauschbetrag wurde 1975 erstmals eingeführt und betrug damals 300 DM. Seitdem ist der Betrag nicht immer gestiegen, sondern auch immer mal wieder gesunken:

Der Sparer-Pauschbetrag über die Jahre: (als Timeline auf Canva gestalten)

1975: 300 DM

2002: 1.550 €

2007: 750 €

2009: 801 €

2023: 1000 €

Ein bisschen Nomenklatur

Wir haben eben erklärt, warum Sparen alleine schon länger keine gute Idee mehr ist. Und auch wenn die Sparzinsen aktuell wieder steigen[3], gleichen sie nicht mal die Inflation aus. Deshalb plädieren wir dafür, den Sparer-Pausch in „Investorinnen-Pausch“ umzubenennen, um den Fokus weg vom Sparen und hin zum Investieren zu lenken. Ob Christian Lindner davon begeistert wäre? 😋

Falls du noch nicht mit dem Investieren angefangen hast, solltest du das schleunigst ändern! Informiere dich und verschaffe dir einen Grundstock an Wissen durch Blogs, Kurse, Podcasts, etc., bevor du loslegst. Aber dann gibt es keinen Grund mehr, jedes Jahr 1.000 € steuerfrei zu verschenken. Go get it!

 

 

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/202295/umfrage/entwicklung-des-zinssatzes-fuer-spareinlagen-in-deutschland/

[2] https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/msci-world/

[3] Bis zu 2,3 % sind aktuell (Januar 2023) für Tagesgeld möglich: https://www.focus.de/finanzen/banken/tagesgeld-zinsticker-bank11-und-ikb-deutsches-kopf-an-kopf-rennen-beim-tagesgeld_id_125594616.html

 

 

 
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2 Replies to “Dein (neuer) Sparer-Pauschbetrag”

  1. Rodenkirchen Maria-Luise

    Guten Morgen,
    wieder ein informativer Newsletter!
    Hinweis: unter dem Artikel „Neuer Sparerfreibetrag“ fehlt unter Nr.3 ein Link.

    [3] Bis zu 2,3 % sind aktuell (Januar 2023) für Tagesgeld möglich:

    Hier fehlt der Link!

    Schöne Grüße
    Maria-Luise Rodenkirchen

    • Isabel, Female Finance Forum

      Guten Morgen Maria-Luise,

      danke für den Hinweis, der Link wurde leider nicht gespeichert. Wir haben den Fehler behoben, du findest ihn nun in den Fußnoten!

      Liebe Grüße
      Dein 3f-Team

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