Finanziell unabhängig mit Kindern (II): Die Krise macht den Blick frei auf das Wesentliche (Gastbeitrag)

Dieser Beitrag ist der zweite Teil des Gastbeitrags von Kinderleichte Finanzen.

Viele Familien fühlten sich alleine gelassen von den politischen Entscheidungen rund um Covid-19 dieses Jahr. Fast alle Eltern waren überfordert von der Mehrfachbelastung von Arbeit, Kinderbetreuung, Haushalt und KrisenmanagerIn. Auch wir kamen an unsere Grenzen, selbst mit der luxuriösen Situation von nur einem Elternteil, das arbeiten musste.

Für viele klingt es daher zynisch, die positiven Seiten der Krise zu sehen. Doch für vieles bin ich auch dankbar. Wir haben nun einen Hinweis darauf, wie eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Elternteile besser klappen könnte. Und wie wir etwas näher zusammenrücken können, damit Familien mit kleinen Kindern nicht alleine die vielen Belastungen tragen müssen.

Uns Eltern ist noch einmal bewusst geworden, wie wichtig eine gute Kinderbetreuung für das Wohlergehen der ganzen Familie ist. Unser Sohn hat die Kita in den Corona-Wochen richtig vermisst und war traurig, nicht mehr hingehen zu dürfen. Wie oft habe ich mir Gedanken gemacht, ob er sich dort auch wirklich wohlfühlt! Vielleicht schaffe ich es in Zukunft, mich mehr auf die Arbeit zu fokussieren ohne solche Sorgen.

Doch auch Freunde und Nachbarn haben viel geholfen. Wir hätten die vielen Wochen nicht geschafft ohne die Nachbarskinder, mit denen unser Sohn spielte, sobald das wieder möglich war. Eigentlich war es ganz gut, dass wir unsere Kinder zu der Zeit nicht von Freizeittermin zu Freizeittermin chauffiert haben. Das freie Spiel untereinander ohne Erwachsene hat ihnen jedenfalls gutgetan.

Wir hätten die anstrengende Zeit auch ganz anders erlebt ohne unsere Freunde, die auf unsere Kinder aufgepasst haben, als wir es am dringendsten brauchten.

Und was für eine große Hilfe war es, dass meine Kollegen und auch meine Vorgesetzten Verständnis hatten für unsere Belastungen! Aufmunternde Worte hörte ich fast täglich. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, auch in Zukunft noch öfter Verständnis zu zeigen für die Herausforderungen von Kollegen mit kleinen Kindern.

Der größte Dank jedoch gilt meinem Mann, der in all den Wochen mit der Betreuung der kleinen Kinder über sich selbst hinaus gewachsen ist.

Jeder kennt den Spruch: Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen. Niemals war der Spruch so wahr wie in diesen Wochen.

Fazit:

Eine Aufteilung der Familienarbeit nach Geschlecht führt zu einer Schieflage innerhalb der Familie und auch bei den Entscheidungen von Unternehmen und der Politik. Doch junge Eltern, die einen anderen Weg als den herkömmlichen gehen wollen, haben Möglichkeit, das umzusetzen. Es gibt nur ein paar Dinge zu beachten. Denn unser System denkt noch in traditionellen Mustern. Vor allem die Wochen während Corona haben gezeigt, wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser klappen könnte. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe kann jedenfalls funktionieren, wenn beiden die finanzielle Unabhängigkeit wichtig ist und beide gerne Zeit mit den Kindern verbringen möchten.

Dieser Gastbeitrag stammt von Eva von Kinderleichte Finanzen.

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