Die Geschichte und Funktion von Geld

Heute schauen wir uns an, wo unser Geld herkommt und welche Funktionen es hat. Diese historische Einordnung hilft für unser Verständnis von Geld heute.

Naturalwirtschaft

Tauschwirtschaft

Soweit wir wissen, haben Menschen schon in frühesten Zeiten Handel betrieben, und zwar in Form von direkten Tauschgeschäften. Wenn ich ein Schaf brauchte, ging ich auf den Markt und bot der Schäferin* im Gegenzug einen Kuchen an. (Ich wäre damals zweifelsfrei zugrunde gegangen, aber das beachten wir hier einmal nicht.) Wenn die Schäferin allerdings gerade keinen Kuchen wollte, sondern z.B. ein Messer, musste ich jemanden finden, der Messer herstellte und Kuchen wollte. Wenn die Schmiedin, die das Messer für die Schäferin herstellt, gerade keinen Kuchen wollte sondern medizinische Kräuter, musste ich erst meinen Kuchen gegen Kräuter tauschen, dann die Kräuter gegen das Messer, und zum Schluss das Messer gegen das Schaf. Diese Tauschgeschäfte konnten sich über viele Ecken ziehen, bis ich zu meinem Schaf kam.

Zwischentauschmittel

Da dieser Handel unpraktisch war, wurden „Zwischentauschmittel“ eingesetzt: nicht verderbliche, allgemein geschätzte Dinge wie Getreide, Muscheln, Tiere oder Edelmetalle (insbesondere Silber und Gold). Diese konnten gegen fast alle anderen Waren getauscht werden und reduzierten die Anzahl der Ecken, um die wir handeln mussten. Diese Zwischentauschmittel wurden vermutlich bereits vor 20.000 Jahren eingesetzt.

Geldwirtschaft

Münzgeld

Die ersten Münzen aus Edelmetall sind ungefähr im 7. Jahrhundert vor Christus entstanden. Im gesamten Römischen Reich gab es einheitliche Münzen, die universal als Zahlungsmittel akzeptiert wurden. Mit dem Ende des Römischen Reichs gab es zunächst wieder eine Zeit der Naturalwirtschaft, bevor sich das Münzgeld wieder durchsetzte. Nun gab es allerdings viele verschiedene Münzen, die nicht überall akzeptiert wurden. Die Tauschwirtschaft hatte einen großen Rückschritt gemacht, den wir eigentlich erst mit dem Euro überwunden haben.

Papiergeld

Das Papiergeld wurde als leichte Alternative zum Münzgeld entwickelt, um nicht immer die schweren Geldbeutel herumtragen zu müssen. Außerdem kann man Papiergeld in beliebiger Menge und mit beliebigen Werten herstellen. Allerdings kann zu viel Geld im Umlauf zu Inflation führen; man sollte es also nicht übertreiben. Papiergeld ist nur so viel Wert wie das Vertrauen der Bevölkerung in dieses Papier.

Elektronisches Geld

Heutzutage zahlen wir die meisten Beträge nicht mehr mit Papier- oder Münzgeld, sondern elektronisch mit Bankkarte und Überweisung. Tatsächlich existieren nur etwa 10 % aller Euros im Umlauf tatsächlich als Bargeld. Verrückt, oder?

via GIPHY

Bedeutung von Geld

Für unseren Alltag hat Geld drei hauptsächliche Funktionen:

  1. Tausch- und Zahlungsmittelfunktion: Diese Funktion bezieht sich auf die Hauptfunktion des Geldes, nämlich der Möglichkeit, damit Waren zu kaufen.
  2. Recheneinheit: Geld macht den Wert verschiedener Güter vergleichbar. Als Beispiel: Wir können den Wert von 1 kg Mehl und 250 g Butter miteinander vergleichen, indem wir beides in Euro ausdrücken. Sonst müssten wir sagen: 250 g Butter ist ungefähr 2 kg Mehl wert.
  3. Wertaufbewahrung: Geld ermöglicht es uns, den Wert zu „speichern“ und erst zu einem späteren Zeitpunkt zu tauschen. Wenn ich meinen Kuchen gegen ein Schaf tauschen möchte, muss der Kuchen frisch gebacken sein; das Geld kann ich problemlos für eine unbestimmt lange Zeit verwahren, bevor ich das Schaf kaufe. Man könnte diese Funktion auch als Sparen bezeichen.

Die Bundesbank beleuchtet viele dieser Aspekte in ihrem Buch „Geld und Geldpolitik“, das sich primär an Schülerinnen richtet. Ich finde ja, auch Erwachsene können aus diesem Buch noch viel lernen 😉

Das war ein kleiner Exkurs zur Geschichte und Funktion unseres Geldes. Ich finde diese Hintergründe immer spannend und tatsächlich hilfreich, um mein Geld mit andere Augen zu sehen. Wie seht ihr das?

*Wie immer benutze ich nur die weibliche Form. Alle anderen sind natürlich mitgemeint.

Previous Article
Next Article

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert