Steuererklärung: Tools und Tricks

Welches Programm eignet sich am besten für die Steuererklärung? (Wann) Lohnt es sich, eine Steuerberaterin* zu engagieren? Weche Unterlagen benötige ich für meine Steuererklärung?

Fragen über Fragen, die aufkommen, sobald das Wort Steuererklärung fällt. Ich werde versuchen, einige dieser Fragen in den Blogeinträgen dieser und nächster Woche zu klären, um dich bei der Bearbeitung deiner Steuererklärung zu unterstützen. Dabei muss ich sagen: Ich bin keine Steuerberaterin, sondern gebe allgemeine Tipps und Hinweise nach meinem Verständnis.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Steuererklärung anzufertigen, und welche lohnt sich am meisten für mich? 

Selbstgemacht

ELSTER

Du kannst deine Steuererklärung ohne zusätzliche Hilfe machen; das Finanzamt hat das System in den letzten Jahren deutlich vereinfacht. Vermutlich hast du schonmal den Namen ELSTER gehört. Das steht für „ELektronische STeuerERklärung“. Es gibt zwei Varianten dieses (kostenlosen) Programmes:

  • Bei ElsterOnline füllst du alle Formulare online aus und schickst sie dann übers Internet direkt ans Finanzamt.  
  • Beim ElsterFormular lädst du dir eine Software herunter und füllst die Maske aus. Im Anschluss druckst du alles aus und schickst es per Post ans Finanzamt. 

Computerbasiert

Neben dem ELSTER-Steuerprogramm gibt es noch etliche Online-Programme und Softwares, für die du einen kleinen Preis bezahlen musst. Die meisten dieser Programme kosten zwischen 20 € und 40 €. Der Vorteil ist häufig, dass sie benutzerfreundlicher gestaltet sind und dich mit Tipps und Tricks durch die Steuererklärung leiten. Sie weisen dich auch darauf hin, welche Freibeträge du nutzen kannst. (Mehr zu den Freibeträgen kommt im nächsten Beitrag!)

Wenn du also das Gefühl hast, dass du gerne noch etwas Unterstützung bei der Erstellung deiner Einkommenssteuererklärung hättest, dann ist es das Geld auf jeden Fall wert! Ich selbst habe in den letzten Jahren immer das WISO-Programm genutzt, das mit einem Preis um die 25 € in einem sehr aktzeptablen Rahmen liegt. Wie letzte Woche erwähnt, bekommen wir im Schnitt über 1.000 € zurückerstattet, wenn wir eine Steuererklärung machen – da lohnt sich das Programm!

In diesem Artikel im Focus findest du unterschiedliche Softwares im Vergleich:

Mobile App

Alternativ gibt es Steuer-Apps, die es dir, ermöglichen deine Steuererklärung übers Handy zu erledigen (einige Apps sind nur für Tablet oder Laptop geeignet). Einige dieser Apps „interviewen“ dich, um die nötigen Information zu bekommen, andere nutzen vor allem die Handy-Kamera, um Belege zu scannen. Die App „Taxfix“ hat zum Beispiel sowohl im Android- als auch im App-Store sehr positive Bewertungen. Persönlich habe ich keine Erfahrung damit. Wenn du schon eine App für deine Steuererklärung genutzt hast, schreib mir sehr gerne! Andere Leserinnen* freuen sich sicher über deinen Erfahrungsbericht.

Oder doch lieber abgeben?

Vielleicht möchtest du deine Steuererklärung doch nicht selbst anfertigen? Dich stresst die Steuererklärung einfach zu sehr, du hast nicht genug Zeit, oder du magst einfach lieber etwas anderes mit deiner Zeit anfangen?

Lohnsteuerhilfeverein

Dann könnte ein Lohnsteuerhilfeverein für dich die richtige Adresse sein! Um vom Lohnsteuerhilfeverein beraten zu werden, musst du ein Mitglied sein; der Jahresbeitrag liegt ca. zwischen 50 € und 400 €. Da es gesetzlich festgelegt ist, wer von einem Verein beraten werden darf, solltest du dies zunächst prüfen. 

Ein Lohnsteuerhilfeverein fertigt nicht nur deine Steuererklärung an, sondern berät dich ganzjährig, z.B. bei der Wahl der Steuerklasse, Anträge auf Lohnsteuerermäßigung und Kindergeld, etc. Wenn der Lohnsteuerverein deine Steuererklärung anfertigt, bekommst du zudem eine automatische Fristverlängerung um sieben Monate.

Steuerberatung

Die Fristverlängerung gibt es auch, wenn du eine Steuerberaterin engagierst. Eine Steuerberaterin kann vor allem in bestimmten Sonderfällen sinnvoll sein, in denen Expertenwissen gefragt ist. 

Diese Sonderfälle könnten so aussehen: 

  • Du bist selbständig und darfst deshalb nicht vom Lohnsteuerhilfeverein beraten werden.
  • Du hast eine Solaranlage auf deinem Dach und must daher auch eine Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung abgeben.
  • Du wohnst in Deutschland aber arbeitest in der Schweiz (Grenzgänger).
  • Du hattest dieses Jahr mehrere Jobs, warst zwischenzeitlich arbeitslos gemeldet… kurz gesagt, die Situation ist kompliziert.

Das heißt jetzt nicht, dass du in all diesen Fällen deine Steuererklärung an eine Steuerberaterin abgeben solltest. Ich kenne genug Selbständige, die insbesondere am Anfang ihrer Selbständigkeit die Steuererklärung selbst gemacht haben. Ich gebe zu, dass mir das so wenig Spaß gemacht hat, dass ich die Aufgabe lieber an meine Steuerberaterin abgegeben habe. In der Zeit, in der ich sonst meine Steuererklärung gemacht habe, gewinne ich lieber neue Kundinnen, bereite ein Webinar vor oder liege auf dem Balkon.

Das Honorar, das eine Beraterin verlangen darf, ist durch die Steuerberatergebührenverordnung geregelt. Allerdings hat die Beraterin trotzdem einen relativ großen Spielraum. Es gibt Online-Rechner, die helfen können zu überschlagen, ob das verlangte Honorar angemessen ist. 

Übrigens kannst du alle Kosten für deine Steuerberatung, egal ob Mensch oder Maschine (Software o.ä.), im nächsten Jahr wieder von der Steuer absetzen. Und damit beginnt der Kreislauf von vorne.

*Wegen der besseren Lesbarkeit benutze ich nur die weibliche Form. Männer sind natürlich immer mitgemeint.

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