Rebalancing 2026: Aufräumen im Depot 

Wenn du hier regelmäßig mitliest, investiertst du mit großer Wahrscheinlichkeit auch schon selbst. Und falls nicht, steht deine erste Investition hoffentlich bald bevor 😉 Wer fleißig investiert, macht ganz viel richtig, sollte allerdings auch – ähnlich wie beim Frühjahrsputz – wenigstens einmal im Jahr gründlich durch sein Depot „fegen“. Auf was du bei deiner Depot-Aufräumaktion achten solltest, erfährst du im Beitrag. 

Rebalancing als Risikomanagement 

Beim Rebalancing geht es nicht primär darum, mehr Rendite rauszuholen oder den Markt zu schlagen. Unter Rebalancing versteht man, das Risikoprofil, also die Gewichtungen deiner Investitionen, zu überpüfen und gegebenfalls anzupassen oder wiederherzustellen. Es handelt sich also um ein wichtiges Werkzeug, um deine Investitionsrisiken deiner Investitionen zu managen. In der Praxis führt das dazu, dass deine Rendite langfristig erhöht wird gegenüber Depots, die nie rebalanciert werden. 

Wer einmal (s)eine klare Anlagestrategie festgelegt hat, zum Beispiel 80 % Aktienanteil und 20 % sichere Anlagen, hat sich damit für eine bestimmte Gewichtung entschieden. Steigen die Aktienmärkte nun über längere Zeit stark, verschiebt sich diese Aufteilung ganz automatisch. Dein Depot wird dadurch „riskanter“ als du es möchtest, ohne dass du aktiv etwas geändert hast. Oder du erhältst eine größere Einmalzahlung (z. B. Erbschaft), die nun auf deinem Tagesgeldkonto liegt. Dadurch verschiebt sich die Gewichtung deiner Vermögenswerte ebenfalls.  

Mit einem ordentlichen Rebalancing kannst du also zurück auf Los und zurück zu deiner ursprünglichen Strategie. 

Sparpläne und -raten gezielt nutzen 

Während Rebalancing auch mit Verkäufen, Steuern und Gebühren einhergehen kann, geht es meist auch kostengünstiger. Wer regelmäßig investiert, rebalanciert häufig automatisch über neue Einzahlungen. Sparpläne können also beim Rebalancieren helfen, indem Sparraten gezielt in die untergewichteten Bausteine fließen. Für viele langfristige Investorinnen ist dieses „Rebalancing über Zuflüsse“ die effizienteste und entspannteste Lösung. 

Sonderfall: Nur ein ETF im Depot 

Solltest du zu den Investorinnen* gehören, die „nur“ in einen Welt-ETF (z. B. MSCI World, MSCI ACWI, FTSE All-World) investieren, hast du kein klassisches Rebalancing-Problem, denn  

  • es gibt keine Zielquoten zwischen mehreren ETFs, 
  • es kann sich nichts „verschieben“, was wiederhergestellt werden müsste, 
  • der ETF selbst passt seine Zusammensetzung regelmäßig an. 

Aber auch du darfst von Zeit zu Zeit einen strategischen Blick auf dein Investment werfen: Passt dieser ETF noch zu deinen Werten und deinem Sicherheitsbedürfnis?

Wann aktives Rebalancing sinnvoll wird 

Ein Eingreifen ins Depot kann trotzdem sinnvoll sein, wenn: 

  • sich die Zielstruktur stark verschoben hat (z. B. mehr als 10 Prozentpunkte), 
  • sich dein Leben und damit dein Risikoprofil verändert (Jobwechsel, Familie, Selbstständigkeit), 
  • du dich der Entnahmephase näherst, 
  • oder du merkst, dass dich die Schwankungen emotional stärker belasten als gedacht. 

Rebalancing ist dann weniger eine Rechenaufgabe als eine Rückkehr zu dem Risiko, das sich für dich tolerabel anfühlt. 

Weniger ist mehr 

Du musst nun nicht ständig panisch dein Depot checken, ob es Verschiebungen gab. Häufiges Rebalancing bringt dir keinen Vorteil, sondern führt eher zu Aktionismus – und der ist einer der größten Renditekiller überhaupt. Ein jährlicher Check reicht völlig aus. Wann (Hochsommer oder Jahreswechsel, Montag oder Mittwoch) ist dabei völlig irrelevant. Und wenn du das nicht alleine machen willst, dann sei am 21.01.2026 dabei, wenn Claudia ihr Rebalancing bzw. ihren Dagobert-Duck-Tag, wie sie ihn zu nennen pflegt, live durchführt. Ihr bekommt sogar ihre exklusive Rebalancing-Exceltabelle! Wenn das mal keine Motivation ist… 

Rebalancing – je langweiliger, desto besser! 

Ein gutes Rebalancing ist unspektakulär. Es ist kein Markt-Timing oder Optimierungstool, sondern der wichtige Wartungsmodus für dein Depot. Und den benötigst du höchstens einmal im Jahr, um den Rest der Zeit ganz entspannt zu bleiben und dich anderen Dingen zu widmen. 

 

*Wegen der besseren Lesbarkeit benutzen wir nur die weibliche Form. Alle anderen Menschen sind explizit mitgemeint.

 
Previous Article

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert