“Rate my Portfolio!” – Wir schauen auf euer Geld
Wir starten ein neues Format auf unserem Blog: „Rate my Portfolio“ – oder für alle, die eher den Alltag im Blick haben: „Rate my Ausgabesituation“. Die Idee ist einfach: Wir wollen gemeinsam mit euch einen Blick auf echte Finanzsituationen werfen, Tipps geben und Denkanstöße liefern – natürlich anonym.
Ihr könnt uns Excel-Listen mit euren monatlichen Einnahmen, Ausgaben und Vermögensübersichten schicken. Wir analysieren sie und geben eine fundierte Einschätzung, die euch hilft, finanzielle Stellschrauben zu erkennen und euer Portfolio smarter aufzubauen. (Wer kein Excel-Fan ist, kann uns gerne auch eine Aufstellung in Word, per Email oder mit Brieftaube schicken.)
Hier ist ein Beispiel aus unserer Community, Vorhang auf für Kims aktuelle Situation:
Kims Ausgabensituation und Portfolio
- Alter & Status: 32 Jahre, Single
- Wohnsituation: Mietwohnung in einer deutschen Mittelstadt
- Nettoeinkommen: 2.600 €
Fixkosten:
- Miete & Nebenkosten: 900 €
- Strom & Internet: 120 €
- Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat, Zahnzusatz): 70 €
Variable Ausgaben:
- Lebensmittel: 350 €
- Mobilität (ÖPNV/Benzin): 100 €
- Freizeit & Hobbys: 300 €
- Kleidung & Kosmetik: 150 €
Sparrate & Investitionen:
- ETF-Sparplan: 200 € monatlich
- Altersvorsorge (Riester/Rürup/BAV): 100 €
Vermögenssituation:
- Girokonto: 1.000 €
- ETF-Depot: 4.000 €
Übersicht:
- Monatliche Gesamtausgaben: 2.440 €
- Monatlicher Überschuss: 160 €
Unsere Einschätzung
Kim liegt mit einer Sparquote von rund 11 % ihres Nettoeinkommens (ETF-Sparplan und Altersvorsorge) bereits solide auf Kurs; wenn wir davon ausgehen, dass sie den Überschuss ebenfalls regelmäßig spart, liegt sie sogar bei fast 18 %. Allerdings fällt auf: es gibt bisher keinen Notgroschen. Das bedeutet, dass unerwartete Ausgaben, Reparaturen oder medizinische Kosten ihr finanzielles Polster sofort belasten würden.
Unsere Tipps:
- Wir empfehlen Kim (sowie jeder Frau!) zunächst einen Notgroschen von mindestens 3–6 Monatsausgaben aufzubauen, idealerweise auf einem Tagesgeldkonto. Das schafft Sicherheit und verhindert, dass sie kurzfristig auf andere Anlagen zurückgreifen muss.
- Eine Spar- bzw. Investitionsquote von 15 – 20 % des Nettoeinkommens für die Altersvorsorge wird empfohlen – dazu zählen ETFs, Altersvorsorgeversicherungen oder auch Immobilien. Kim ist bereits auf einem sehr guten Weg. Die nächsten Gehaltserhöhungen fließen idealerweise in Teilen in ihren ETF-Sparplan, sodass ihre Sparquote sich kontinuierlich erhöht.
Portfolio-Check:
- Girokonto: 1.000 € liegen ungenutzt auf dem Girokonto. Ein Teil sollte in Tagesgeld fließen, um Zinsen zu generieren und gleichzeitig als Notgroschen dienen.
- ETF-Sparplan: Sehr gut – regelmäßige Investments sorgen langfristig für Vermögensaufbau. Mit dem Überschuss könnte Kim den ETF-Sparplan erhöhen, sobald der Notgroschen aufgebaut ist.
- Altersvorsorge: Gut abgedeckt, die Sparrate sollte aber im Verhältnis zum Notgroschen geprüft werden. Und es lohnt sich, zu überprüfen, ob sich der Riester-Vertrag in ihrer Lebenssituation lohnt (z.B. bei der Verbraucherzentrale oder einer Honorarberatung).
Ausgabensituation:
Prinzipiell wollen wir Kim hier nicht viele Tipps geben, denn sie kennt ihre eigenen Prioritäten am besten. Außerdem scheint sie ihre Ausgaben sehr gut im Griff zu haben. Wenn wir Tipps geben müssten, wären das die folgenden:
- Freizeitbudget: 300 € ist für eine Einzelperson okay, kleine Einsparungen könnten helfen, den Notgroschen schneller aufzubauen.
- Lebensmittel: 350 € realistisch, ggf. durch Meal-Prep optimierbar.
Fazit: Kim ist finanziell auf einem guten Weg, aber der dringendste Schritt ist der Aufbau eines Notgroschens. Danach können Sparpläne und Investitionen sinnvoll weiter optimiert werden.
Ihr seid dran!
Jetzt seid ihr dran: Wir wollen eure Zahlen sehen! Alles bleibt natürlich anonym. Angaben zu Wohnsituation, Beziehungsstatus, Kinder helfen uns, ein realistisches Bild zu bekommen und unsere Einschätzungen anzupassen.
Schickt uns eure Stats und wir geben euch eine fundierte Einschätzung zu euren Ausgaben und Portfolios, damit ihr eure Finanzen smarter gestalten könnt.
Stay tuned – bald checken wir vielleicht schon deine Einsendung!
