Finanzstress: Der unsichtbare Posten in der Personalbilanz
Über Geld spricht man nicht – schon gar nicht im Job. Genau deshalb bleibt einer der größten Produktivitätskiller in Unternehmen unsichtbar: Finanzstress. Eine aktuelle Studie des House of Finance & Tech zum finanziellen Wohlbefinden am Arbeitsplatz in Deutschland zeigt, wie teuer dieses Schweigen ist.
38 % sind finanziell gestresst – und das Unternehmen zahlt mit
Fast vier von zehn Beschäftigten sind finanziell gestresst. Und dieser Stress bleibt nicht zu Hause. Er taucht genau in den Zahlen auf, die Unternehmen am stärksten treffen:
- 4,2 Stunden verlorene Arbeitszeit pro Woche
- 3,3 zusätzliche Krankheitstage pro Jahr – im Vergleich zu Kolleg*innen ohne Finanzstress
- 3,1-mal höhere Wahrscheinlichkeit, aktiv einen neuen Job zu suchen
Rechne das auf ein Team von 50 Personen hoch: Da kommt schnell ein ganzes Vollzeitäquivalent zusammen, das schlicht in Sorgen verschwindet.
Warum eine Gehaltserhöhung das Problem nicht löst
Der Reflex liegt nahe: mehr zahlen. Aber 33 % derjenigen, die im letzten Jahr eine Gehaltserhöhung bekommen haben, sind trotzdem weiterhin finanziell gestresst. Ein Drittel – trotz mehr Geld auf dem Konto.
Denn Finanzstress entsteht nicht nur daraus, wie viel Geld ankommt. Sondern daraus, ob man das Gefühl hat, es im Griff zu haben: Überblick im Alltag. Ein Puffer für den Moment, in dem die Waschmaschine stirbt. Spielraum für Entscheidungen, die wirklich wichtig sind. Und das Gefühl, für später auf einem guten Weg zu sein.
Gehalt ist wichtig; es ist nur nicht das ganze Bild.
Was wirklich wirkt: Wissen
Betriebliche Altersvorsorge, Benefits, Gehalt – alles wichtige Hebel. Aber sie wirken erst, wenn Menschen wissen, was sie damit anfangen können. Wer seine bAV nicht versteht, nutzt sie nicht. Wer nie gelernt hat, ein Budget zu bauen, spürt von 300 Euro mehr im Monat nach vier Monaten nichts mehr.
Und ein Blick auf die Verteilung lohnt sich besonders: Frauen verdienen im Schnitt weniger, sind häufiger in Teilzeit erwerbstätig und unterbrechen ihre Erwerbsbiografie öfter. Finanzstress und Rentenlücke treffen sie damit härter – und Finanzbildung wirkt bei ihnen entsprechend stärker.
Holt uns zu euch
Genau hier setzen wir an. Das Female Finance Forum bringt Finanzbildung ins Unternehmen – als Workshop, Vortrag oder Reihe. Verständlich, praxisnah und ohne Fachchinesisch. Ihr investiert ein paar Stunden, euer Team nimmt Wissen mit, das jeden Monat weiterwirkt.
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