Steigen Aktien immer? Was Anlegerinnen wirklich wissen müssen!

„Einfach investieren, die Zeit für dich arbeiten lassen und am Ende wird alles gut.” Klingt beruhigend, oder? Und ganz falsch ist das auch nicht. Aber es ist auch nicht die ganze Wahrheit. Und gerade als Frau, die vielleicht erst anfängt, sich mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen, solltest du a l l e Facts kennen. 

Steigen Aktien also langfristig immer? Die ehrliche Antwort ist nein: zumindest nicht alle, nicht überall und nicht in jedem Zeitraum. 

Das Problem mit Einzelaktien 

Viele Menschen setzen beim Investieren auf Unternehmen, die sie kennen und denen sie vertrauen. Nokia war mal der Weltmarktführer im Mobilfunk. Kodak das Synonym für Fotografie. Beide galten als sicher und beide sind heute bekannterweise kaum noch relevant. Der technologische und gesellschaftliche Wandel hat ihre Geschäftsmodelle innerhalb kürzester Zeit zerstört. Wer darauf gesetzt hatte, dass die Zeit das schon richtet, hat (alles) verloren. Das bedeutet allerdings nicht, dass Investieren per se zu riskant ist. Es bedeutet, dass es auf das Wie ankommt. 

Warum breit gestreut investieren so wichtig ist 

Die entscheidende Stellschraube heißt Diversifikation. Wer nicht auf einzelne Unternehmen setzt, sondern auf einen ganzen Markt, zum Beispiel über einen globalen ETF, verteilt das Risiko auf hunderte bzw. tausende Unternehmen gleichzeitig. Einzelne davon werden scheitern. Aber der Markt als Ganzes hat sich historisch erholt – immer wieder. Das heißt aber nicht, dass es schnell geht. 

Das Beispiel Japan: Wenn „langfristig” dreißig Jahre bedeutet 

Japan ist das ernüchterndste Beispiel dafür, was passiert, wenn ein ganzer Markt überhitzt und crasht. Der japanische Aktienmarkt erreichte 1989 seinen Höchststand und brauchte über dreißig Jahre, um diesen Wert wieder zu erreichen. Drei Jahrzehnte! Wer kurz vor dem Crash eingestiegen ist und nur auf Japan gesetzt hat, hat eine ganze Generation lang auf Verlust gesessen. 

Die Lektion daraus ist keine Warnung vor dem Investieren. Es ist eine Warnung vor mangelnder geografischer und inhaltlicher Streuung. Wer global investiert, also nicht nur in einen Markt oder eine Region, reduziert genau dieses Risiko erheblich. 

Was das für dich bedeutet 

Drei Dinge, die du dir merken kannst: 

  1. Einzelaktien sind kein Ersatz für eine Strategie. Auch bekannte Player können scheitern – und Zeit allein rettet kein kaputtes Geschäftsmodell. (Sie können eine spannende Ergänzung sein, z.B. im Rahmen eines Core-Satellite Modells. Aber eben nur eine Ergänzung.) 
  2. Globale ETFs sind kein Zaubermittel, aber ein sehr gutes Werkzeug. Sie streuen das Risiko, sind kostengünstig und schlagen langfristig die meisten aktiv gemanagten Fonds. 
  3. Dein Anlagehorizont ist entscheidend: Je länger du investiert bleibst, desto wahrscheinlicher wird es, dass Schwankungen sich ausgleichen. Also früh anfangen, und möglichst lange „drin“ bleiben. Denn „langfristig” kann länger sein als du denkst, plane also entsprechend. 

Die Regel bleibt: Suche nicht die Nadel im Heuhaufen, sondern kaufe den Heuhaufen.  

Investieren ist kein Glücksspiel, es gibt aber leider auch keine Garantien. Und um informierte Entscheidung mit dem richtigen Grundlagenwissen zu treffen, dafür hast du uns von 3f 😊 

 

 
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