Vom Coffee to go zum Kapitalaufbau: So sparst du smart und sinnvoll

Ja, investieren ist wichtig. „Sparen ist gut, investieren ist besser“ hat Claudia genau so erst kürzlich in einem Interview gesagt. Und das hat gute Gründe: 5.000 €, die du bei 0 % Zinsen und 2 % Inflation (also de facto 2 % Verlust) liegen lässt, sind nach 20 Jahren noch ca. 3.340 € wert. Dieselben 5.000 € investiert (z.B. 7 % Gewinn und 2 % Inflation, also real 5 % Rendite) sind nach 20 Jahren ca. 13.270 wert, also fast das Vierfache. Ja, nach Steuern.

Allerdingst gilt: Nur wer spart, kann auch investieren. Leider sagen 27 % der Haushalte in Deutschland, dass sie es sich schlichtweg nicht leisten können, am Ende des Monats Geld beiseitezulegen. Das ist kein individuelles Problem, sondern strukturell bedingt.

Wir arbeiten daran, diese Strukturen zu verändern. Da solch ein Prozess langwierig ist, möchten wir euch dazu motivieren, euch ebenfalls für systemische Veränderung einzusetzen (Geht auf Demos! Geht wählen! Motiviert eure Freundinnen*, Töchter und Kolleginnen – auch z.B., in dem ihr das Female Finance Forum für einen Workshop in euer Unternehmen holt!) und euch gleichzeitig um eure eigene Spar- und Investitionsrate zu kümmern. Denn politischer Wandel kann sehr, sehr lange dauern.

Weil Sparen eine so wichtige Grundlage für eure finanzielle Situation ist, werden wir nicht müde, die besten Spartipps mit euch zu teilen. Einige davon stammen aus unserer Community, z.B. aus Kommentaren hier auf dem Blog oder auf unserem Instagram-Kanal. Hier kommen ein paar:

  1. Kenne dein Ziel

Warum willst du sparen? Willst du den Notgroschen aufbauen, zuverlässig deine Rentenlücke schließen, schon mit 60 aufhören können zu arbeiten, ein Café eröffnen, ein Fahrrad kaufen… Je konkreter du dein monetäres Ziel kennst und es auch emotional fühlen kannst, umso motivierter bist du, auch mal eine Durststrecke durchzuhalten.

  1. Bezahle dich selbst zuerst

Einer der ältesten Spartipps, und in unseren Augen einer der wichtigsten. Deine Sparrate ist deine Bezahlung. Kämst du im Supermarkt oder bei deiner Miete auf die Idee zu sagen, „Ich schaue mal, wie viel ich am Ende des Monats übrig habe, und das bezahle ich dann“? Vermutlich nicht! Du bezahlst deine Rechnungen selbstverständlich. Genauso selbstverständlich solltest du deine eigene Sparrate direkt nach Gehaltseingang beiseite legen. Am besten überweist du sie direkt per Dauerauftrag auf ein separates Konto (z.B. ein Tagesgeldkonto), dann musst du gar nicht darüber nachdenken. Das können auch nur 5 € sein; Hauptsache, du fängst an.

  1. Automatisiere so viel wie möglich

Was haben das morgendliche Zähneputzen mit deiner Miete gemein? Über beides denkst du vermutlich nicht viel nach, sondern es passiert (so gut wie) automatisch. Genauso sollte deine Sparrate auf dein separates Konto fließen: Automatisch, per Dauerauftrag. Und das natürlich direkt nach Gehaltseingang, sodass du gar nicht in Versuchung kommen kannst, das Geld auszugeben – s. Punkt 2 😉

  1. Führe dich nicht in Versuchung

Newsletter, Push-Notifications, Window-Shopping… Die Versuchung ist allgegenwärtig und wartet häufig direkt bei uns zu Hause. Dabei hast du die Möglichkeit, sie abzuschalten! Melde dich von den Newslettern ab, deinstalliere die App, wähle einen Arbeitsweg, der dich nicht über die Fußgängerzone führt…

  1. Nimm dein Umfeld mit

Du willst weniger auswärts essen, nicht mehr Shoppen als Tagesprogramm vornehmen und insgesamt mehr auf dein Geld achten? Erkläre es deinem Umfeld! Deiner Partnerin* sowieso, denn sonst könnte die sich wundern, wenn du plötzlich nicht mehr Lieferandos beste Kundin bist, sondern wieder mehr selbst kochen möchtest. Aber auch für deine Freundinnen ist es hilfreich, wenn sie wissen, was dich beschäftigt. Und möglicherweise ist die ein oder andere dankbar, weil sie auch mehr Geld zur Seite legen möchte.

  1. Analysiere (auch) die Fixkosten

Du verkneifst dir den Coffee to go oder den Restaurant-Besuch, aber dein Handyvertrag ist seit fünf Jahren unverändert? Um einen Vertragswechsel kümmerst du dich einmal und sparst danach jeden Monat. Wir neigen dazu, (fast) nur die flexiblen Kosten zu hinterfragen, dabei sind die Fixkosten deutlich relevanter, eben weil sie regelmäßig anfallen. Handyvertrag, KFZ-Versicherung, Strom/Gas sind ein paar Klassiker, die sich lohnen. 

  1. Sieh dir auch die Einnahmen an

Wie kannst du deine Sparrate am leichtesten erhöhen? Indem du deine Einnahmen erhöhst, statt die Ausgaben zu reduzieren. Einfach mal auf die andere Seite deiner persönlichen Bilanz schauen, das vergessen wir nämlich häufig. Wann hast du das letzte Mal dein Gehalt verhandelt? Eine Fortbildung gemacht? Den Job gewechselt? Das alles sind Schritte, die dich näher an dein Sparziel bringen, ohne dass du auf etwas verzichten musst.

 

Uns ist klar, dass individuelle Spartipps keine strukturellen Ungleichgewichte lösen. Gleichzeitig ist es enorm wichtig, dass du dich um deine eigenen Finanzen kümmerst. Eine solide Sparrate ist dafür die Grundlage.

 

*Zugunsten der besseren Lesbarkeit nutzen wir nur die weibliche Form. Alle Menschen sind explizit mitgemeint.

 
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