Ab wann dein ETF für DICH arbeitet – und nicht umgekehrt!

Du sparst jeden Monat brav in deinen ETF, schaust ab und zu aufs Depot – und fragst dich: Wann passiert endlich dieses „magische“ Wachstum, von dem alle sprechen? Wann fängt mein ETF an, für mich zu arbeiten – statt umgekehrt?

Die gute Nachricht: Der Punkt kommt. Die weniger glamouröse Wahrheit: Er kommt nicht über Nacht. Aber wenn du weißt, worauf du dich einlässt, kannst du gelassener und klüger investieren.

Die drei Phasen deiner ETF-Investmentreise

  1. Aufbauphase – du machst die Arbeit:
    Am Anfang fühlst du dich vielleicht wie ein Hamster im Rad. Du zahlst monatlich ein, aber der Kontostand im Depot wächst nur langsam. Kein Wunder – die ersten Jahre kommen die Kursgewinne hauptsächlich durch deine Einzahlungen. Du bist also die Hauptquelle des Wachstums.
  2. Wachstumsphase – Teamwork zwischen dir und deinem ETF:
    Nach einigen Jahren macht dein ETF dir das Leben leichter. Die Gewinne fangen an, sich selbst zu vermehren – Stichwort Zinseszinseffekt. Vielleicht zahlst du noch genauso viel ein wie früher, aber der Ertrag durch Kurssteigerungen und Ausschüttungen überholt allmählich deine Einzahlungen. Und immer daran denken, Ausschüttungen direkt wieder zu reinvestieren. Spätestens jetzt mausert dein ETF sich zur Co-Investorin*.
  3. Selbstläufer – der ETF übernimmt:
    Irgendwann (oft erst nach 10+ Jahren) wächst dein ETF-Depot spürbar schneller, als du einzahlen kannst. Die Gewinne sind höher als deine Monatsraten. Dann gilt: Du hast gut vorgearbeitet – jetzt darf dein Geld für dich arbeiten. Du kannst und sollst natürlich trotzdem weiter investieren.

Warum Zeit dein bester Freund ist

Entscheidend ist nicht (nur), wie viel du sparst – sondern vor allem wie lange. Je mehr Jahre dein Geld investiert bleibt, desto mehr kickt der Zinseszinseffekt. Ein ETF-Investment ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer früh anfängt, braucht oft weniger Einsatz – und bekommt am Ende mehr raus.

Die 72er‑Regel: Schnell gecheckt, wann es doppelt klingelt

Ein simpler Trick, um den „magischen“ Punkt abzuschätzen, ist die 72er‑Regel: Teile einfach 72 durch die erwartete Jahresrendite in Prozent, und du erhältst die Zahl der Jahre, die dein Kapital ungefähr braucht, um sich zu verdoppeln.

  • Bei 5 % Rendite verdoppelt sich dein Investment in etwa 72 / 5 = 14,4 Jahren.

  • Bei 7 % Rendite sind es 72 / 7 ≈ 10,3 Jahre.

  • Bei 10 % Rendite sind es 72 / 10 = 7,2 Jahren.

Diese Faustregel hilft dir, realistische Erwartungen zu entwickeln – und zu erkennen, ab wann dein ETF „für dich arbeitet“ statt du für ihn.

Ein kluger Trick: ETF-Selbstläufer mit Steuer-Turbo

Wusstest du, dass du auch steuerlich clever vorbauen kannst? In Deutschland gilt beim ETF-Verkauf das FIFO-Prinzip („first in, first out“). Das heißt: Beim Verkauf werden zuerst die ältesten ETF-Anteile in deinem Depot verkauft – also die mit dem größten Wertzuwachs. Und das lieben wir so gar nicht. Was du dagegen tun kannst?

Zum Beispiel mehrere ETFs parallel besparen, denn dann kannst du strategisch planen:
– Einen ETF nutzt du später zur Entnahme.
– Einen ETF lässt du nach ca. 10 Jahren komplett ruhen und besparst den nächsten – die ältesten Anteile gewinnen ordentlich an Wert, und du nutzt dabei deinen Sparerpauschbetrag jedes Jahr optimal aus. Tipp: Du kannst auch denselben ETF bei verschiedenen Kreditinstituten besparen

So lässt sich mit Weitsicht ein ETF-Depot aufbauen, das nicht nur automatisch wächst – sondern auch steuerlich intelligent aufgestellt ist.

Geduld zahlt sich aus!

Dein ETF wird nicht über Nacht ein Selbstläufer – aber er wird es. Wenn du regelmäßig sparst, breit streust und langfristig dranbleibst, wächst dein Vermögen fast wie von selbst. Vielleicht langsam, vielleicht leise – aber verlässlich. Und genau das ist das Geheimnis erfolgreicher Anlegerinnen.

Bleib dran! Dein Zukunfts-Ich wird es dir danken.

 

* Wegen der besseren Lesbarkeit benutzen wir nur die weibliche Form. Alle Menschen sind explizit mitgemeint.

 
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