Ich arbeite für die UmweltBank

(Spoiler: Nicht so, wie du denkst!)

Meine Unabhängigkeit ist mir enorm wichtig: Ich habe keine Chefin*, verkaufe keine Finanzprodukte und arbeite für keine Bank.

Dennoch stehe ich seit Kurzem auf der Bezahlliste der UmweltBank. Wie passt das zusammen? Und warum behaupte ich weiterhin (voller Überzeugung), dass ich unabhängig bin?

  • Die UmweltBank bezahlt mich nicht als Angestellte, sondern als Beraterin.

Ich unterstütze die UmweltBank als Teil ihres UmweltRates. Der UmweltRat hat die “Funktion eines unabhängigen ökologischen Kontrollgremiums” und ist als solcher rein beratend tätig.

Meine Aufgabe im UmweltRat ist es, die UmweltBank darin zu unterstützen, ihr Ziel der Geschlechtergerechtigkeit (besser) umzusetzen. Das ist ein Ziel, das ich zu 100 % unterstütze. Als externe Beraterin kann ich mich auf dieses Ziel konzentrieren und meine Expertise teilen. 

Als solch eine Beraterin (oder Rednerin) habe ich auch schon z.B. eine Veranstaltungsreihe mit der Triodos-Bank gestaltet und einen Vortrag für die Sparda-Bank Hessen gehalten, die eine eigene Kampagne “Frauen und Geld” ins Leben gerufen hat.

Ich finde es wichtig, mit den großen Akteuren im Finanzbereich (Banken, Versicherungen) zusammenzuarbeiten. Als kleines Unternehmen kann das Female Finance Forum der Anstoß sein, damit sich die großen Unternehmen auch verändern und nachhaltiger werden.

  • Ich bekomme keine Provision.

Als Mitglied im UmweltRat habe ich keinen Anteil am Umsatz oder anderen Geschäftszahlen der UmweltBank. Ich bin von der Mission der UmweltBank überzeugt, und daher wünsche ich der Bank auch wirtschaftlichen Erfolg. Ich habe aber gegenüber der UmweltBank ganz deutlich gesagt, dass ich niemals Kundenakquise für sie betreiben werde. Auch in meinem Blogeintrag über mein Tagesgeldkonto bei der UmweltBank (den ich übrigens geschrieben habe, BEVOR ich überhaupt angefragt wurde, ob ich Mitglied im UmweltRat werden möchte) findet ihr ausschließlich meine ehrliche Meinung zu dem Konto und der Bank. Ich verdiene nicht daran, ob irgendjemand nach der Lektüre dieses Blogeintrags ein Konto bei der UmweltBank eröffnet oder nicht.

  • Ich bleibe meiner Meinung treu.

Die UmweltBank ist eine Bank, die sich der Nachhaltigkeit im Finanzsektor verschrieben hat. Das unterstütze ich. Sie ist aber nicht die einzige Bank, die das tut. Daher werdet ihr immer verschiedene Banken von mir aufgezeigt bekommen (z.B. in meinem Online-Kurs oder der MasterMind), mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen. Keine Bank ist perfekt, ebenso wie kein Fonds und kein ETF perfekt ist. Ihr bekommt meine ehrliche Meinung und niemals eine klare Empfehlung für nur ein spezifisches Produkt. 

  • Ich gehe transparent damit um.

Transparenz ist einer der wichtigsten Aspekte von Nachhaltigkeit. Mir ist wichtig, dass ihr immer wisst, woran ihr bei mir seid: Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit, gepaart mit einem gewissen Pragmatismus und dem Wissen, dass ich nicht perfekt bin. Und viel Spaß am Thema Finanzen.

Was hältst du davon?

Mich interessiert sehr, wie du mein Engagement bei der UmweltBank (und auch meine sonstige Arbeit) einschätzt. Schreib mir gerne einen Kommentar, wie du es findest, dass das Female Finance Forum mit Banken kooperiert oder welche Anregungen du hast.

 

*Wegen der besseren Lesbarkeit verwende ich nur die weibliche Form. Männer sind immer mitgemeint.

Previous Article
Next Article

6 Replies to “Ich arbeite für die UmweltBank”

  1. Ursula Schmidt

    Ich unterstütze auch die Umweltbank und eine andere, die von meinem Geld Mikrokredite vergeben. Ich finde interessant, dass sie sich wirkliche Meinungen und Expertise einholt. Das muss unterstützt werden, die Alternative wäre ja..es wird nicht gemacht, weil niemand den Fokus beisteuern könnte. Transparenz ist ein muss. Alles perfekt!

  2. Lindemann

    Hallo Claudia,
    ich kann mich der Kommentatorin Ilse nur anschließen:
    Alles transparent, alles gut.

    Tatsächlich hat mich Deine Erwähnung der Umweltbank in der Vergangenheit wirklich dazu gebracht ein Tagesgeldkonto woanders aufzulösen und bei der Umweltbank eines zu eröffnen, Anfang dieses Jahres.
    Natürlich auch, weil mir Umweltschutz wichtig ist.
    Ich werde vorerst dort bleiben, möchte aber 2 Dinge kritisch anmerken:
    Ich finde den Servicebereich online ziemlich dünn und insbesondere die Verifizierung zu kompliziert mit dieser Kombi aus Computer und Handy.
    Außerdem fiel mir auf, dass die Umweltbank zwar ein
    Festgeldangebot hat, dabei aber eine Nachrangigkeit bei Insolvenz drin hat. D.h. andere Gläubiger haben Vorrang. Das ist nicht attraktiv. Oder siehst Du das anders?
    Viele Grüße, Julia

    • Claudia, Female Finance Forum

      Liebe Julia,
      danke für deinen Kommentar!
      Ich stimme dir komplett zu, was die Online-Verfügbarkeit betrifft. Da ich das Tagesgeldkonto hauptsächlich als “Parkplatz” für einen Teil meines Notgroschens nutze, stört es mich nicht weiter (nachdem ich die Kontoeröffnung einmal hinter mich gebracht hatte). In diesem Bereich hat die UmweltBank aber definitiv Verbesserungspotenzial.
      Die Nachrangigkeit betrifft nicht das Festgeldkonto; es bezieht sich nur auf die Fonds (Aktien und Anleihen), bei denen Nachrangigkeit in der Natur der Anlageklasse liegt. Kann das sein, oder irre ich mich hier?
      Viele Grüße, Claudia

Schreibe einen Kommentar zu Lindemann Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.