Zum Rätsel der Aktienkultur in Deutschland

Die Frankfurt School of Finance and Management und die Goethe-Universität Frankfurt haben im Auftrag der Deutschen Börse untersucht, welche Gründe es für die geringe Aktienmarktteilnahme in Deutschland geben könnte. Die vollständige Studie habe ich dir am Ende dieses Beitrags verlinkt.

Hier kommen wichtigsten Erkenntnisse der Studie:

  • Ausgewählte Faktoren, die es wahrscheinlicher machen, dass eine Person am Aktienmarkt teilnimmt: Männliches Geschlecht, soziales Umfeld, Finanzwissen, Vermögen.
  • Ausgewählte Faktoren, die es weniger wahrscheinlich machen, dass eine Person am Aktienmarkt teilnimmt: Weibliches Geschlecht, Kosten, Risiko.
Abb. 1.1, S. 13, “Zum Rätsel der Aktienkultur in Deutschland”, Frankfurt School

Das Gute daran ist: Wir können daran arbeiten, die positiven Faktoren zu stärken:

  • Besseres Finanzwissen erhöht die Wahrscheinlichkeit, am Aktienmarkt teilzuhaben. Also: Verbessere dein Finanzwissen! (Als Leserin dieses Blogs bist du natürlich auf dem besten Weg!)
  • Das soziale Umfeld hat einen wesentlichen Einfluss. Suche also die Nähe von Menschen, die bereits an der Börse investieren, und lerne von ihnen. Die meisten Menschen wollen lernen, und die meisten Menschen sind glücklich, wenn sie ihr erlerntes Wissen weitergeben können. Gestalte dir also ein soziales Umfeld, das zu deinen Bedürfnissen passt.
  • Das Geschlecht spielt eine Rolle: Frauen investieren seltener an der Börse. Umso wichtiger, dass wir Frauen uns gegenseitig unterstützen und vernetzen. Gerne auch gemeinsam mit den Männern, wir können sicher das ein oder andere von ihnen lernen.

Übrigens hat die ING in ihrer Privatanlagerstudie herausgefunden: “Weibliche Privatanleger waren 2019 mit durchschnittlich 24,11 Prozent Rendite erfolgreicher als männliche mit 23,5 Prozent. Sie weisen für den Untersuchungszeitraum einen vergleichsweise hohen Anteil von Fonds in ihren Depots auf. Dieser beträgt 25 Prozent, bei Männern sind es hingegen nur 18 Prozent. Männer setzten dafür stärker auf Einzelwerte. Der Aktienanteil in ihren Depots liegt bei rund 60 Prozent, bei den Frauen dagegen bei 53,47 Prozent.”

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In der Studie zur Aktienmarktkultur ist eines der wichtigsten Argumente gegen eine Investition am Aktienmarkt das zu niedrige Vermögen. Dazu kann ich nur sagen: Irrtum! Bereits ab 25 € im Monat kannst du in einen breit aufgestellten Aktienfonds investieren.

Wir müssen nicht reich sein, um zu investieren. Aber wir müssen investieren, damit es später reicht.

Wird 2020 dein Jahr an der Börse?

One Reply to “Zum Rätsel der Aktienkultur in Deutschland”

  1. Marko

    Das “Participation Puzzle” ist in Deutschland besonders extrem, aber auch in anderen Ländern ein Thema. Habe dazu ebenfalls Studien gelesen mit dem Ergebnis, dass mangelnde Finanzbildung, fehlendes Vertrauen in die Märkte und eine politisch eher linke Einstellung die niedrige Partizipation erklären.

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