Portemonnaie geklaut – ein Selbstversuch

Die Vorstellung, dass mir einmal das Portemonnaie gestohlen wird, war für mich immer ein Horror. Alle Dokumente weg, das Bargeld weg, und vor allem: Wie sperre ich eigentlich meine Bankkarte?

Vor zwei Wochen ist mir genau das passiert: Ich war in Berlin, und als ich in einem Café meinen Kaffee bezahlen wollte, war meine Geldbörse nicht mehr da. Ich habe dann erstmal meinen Rucksack komplett auf den Kopf gestellt und ausgeräumt, doch es blieb dabei: Mein Portemonnaie war verschwunden.

Zum Glück war ich mit einer guten Freundin unterwegs, die mich auf den Kaffee eingeladen hat. Das erste Problem war also direkt gelöst 😉

Dann tauchten aber bei mir die Fragezeichen auf: Was muss ich jetzt eigentlich tun? Und in welcher Reihenfolge?

Bankkarten sperren

Zuerst habe ich meine Bankkarten gesperrt. Dafür habe ich den Zentralen Sperr-Notruf angerufen: 116 116. Dieser Notruf ist deutschlandweit kostenlos erreichbar und funktioniert für alle Banken. Kleiner Tipp: Speicher dir diese Nummer in deinem Handy ab! Ich hatte das nicht, aber zum Glück hatten meine Freunde die Nummer schnell parat.

Ich muss leider sagen, dass ich bei der Notruf-Hotline nicht an mein Ziel gekommen bin. Tatsächlich bin ich gar nicht dazu gekommen, mit einem Menschen zu sprechen, da die Verbindung vorher abbrach. Dank Online-Banking konnte ich meine Karten (EC- und Kreditkarte) aber mit zwei Klicks im Internet sperren.

Anzeige erstatten

Da mir das Portemonnaie gestohlen wurde, habe ich bei der Polizei Anzeige erstattet. Auch das geht inzwischen online und funktioniert genauso zuverlässig wie eine persönliche Anzeige. Das hat mir die freundliche Polizistin am Alexanderplatz verraten, als ich mit ihr gesprochen habe.

Ich war sehr beeindruckt, dass mich knapp zwei Tage nach der Anzeige ein Polizist aus Berlin anrief, um genau nach Ort und Uhrzeit des Diebstahls zu befragen. Die kümmern sich also wirklich! 😉

Bargeldlos leben

Als ich wieder zu Hause war, ist mir erst aufgefallen, dass ich kaum Bargeld da hatte. Im ersten Moment des Diebstahls war ich nur glücklich, dass ich z.B. mein Bahn-Ticket per Handy-App gekauft und somit bei mir hatte. Zu Hause stellte sich aber dann die Frage: Wie lange dauert es wohl, bis ich wieder an Bargeld komme?

Es hat nur etwa eine Woche gedauert, bis die neue PIN und die neuen Bankkarten bei mir waren. Trotzdem ist eine Woche eine lange Zeit, wenn man kein Bargeld hat, um Brot oder frisches Gemüse zu kaufen. Und keine Karten, um abends im Restaurant damit zu bezahlen.

Glück haben

Nach knapp zwei Wochen flatterte mir ein Brief ins Haus, in dem ich tatsächlich alle meine Dokumente wieder bekam: Perso, Führerschein, Kundenkarten. Na gut, es waren nicht alle Dokumente, aber zum Glück die wichtigsten. Das war eigentlich meine größte Sorge bei diesem Selbstversuch: Muss ich jetzt wirklich hingehen und alle offiziellen Dokumente wieder beantragen?

Fazit

Die Bankkarten zu sperren, war überhaupt kein Problem. Den Sperr-Notruf 116 116 habe ich mir im Handy abgespeichert und weiß in Zukunft Bescheid.

Die Dokumente sind für die Diebe meistens wertlos und werden daher relativ häufig abgegeben. Mein Glück!

Ich werde ab jetzt immer ein Notfall-Bargeld-Depot in der Wohnung haben. Das muss nicht viel sein, aber vielleicht doch genug, um für eine oder auch zwei Wochen davon Lebensmittel kaufen zu können.

Eine gut gefüllte Tiefkühltruhe ist eine feine Sache, wenn man keine frischen Lebensmittel kaufen kann 😉

2 Replies to “Portemonnaie geklaut – ein Selbstversuch”

  1. Gisela Bergenthal

    Du Arme. Ich kenne solche Selbstversuche ja auch, wenn man die Papiere wieder kriegt, tendiert man ja fast dazu, den Dieb nett zu finden….
    Aber gut, auch dazu mal wieder zusammengefasst zu wissen, was zu tun ist (und was sich inzwischen geändert hat, Anzeige im Internet ging vor ein paar Jahren noch nicht).
    Liebe Grüße,
    Gisela

  2. Christel Hoffmann

    Liebe Claudia, so ein Pech! Danke für die Zusammenfassung, sehr informativ! Ich habe inzwischen den Link an mehrere Personen weitergeleitet.
    Tatsächlich ist es sehr unangenehm, plötzlich ohne Geld und Kreditkarten dazustehen, sozusagen nackt und schutzlos. Wird noch getoppt, wenn auch das Handy noch weg wäre. Als Tipp, wenn alle Stricke reisen: die Bahnhofsmission wäre auch immer noch eine gute Anlaufstelle, wenn man Hilfe bräuchte.
    Liebe Grüße, Christel

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