Tagesgeldkonto, Festgeldkonto, …?

Das magische Dreieck der Geldanlage zeigt, dass wir auf unser Erspartes für kurze Zeiträume – das heißt, die nächsten fünf Jahre – keine hohe Rendite bekommen können, wenn wir gleichzeitig auf Sicherheit bedacht sind. Die Zinsen sind historisch niedrig, und in der nächsten Zeit ist eine Erhöhung der Zinsen wohl nicht in Sicht. Dennoch gibt es auch für diese Zeiträume unterschiedliche Möglichkeiten.

In Deutschland gibt es drei gängige Kontoformen: Girokonto, Tagesgeldkonto, Festgeldkonto. Zudem haben immer noch viele Menschen ein Sparkonto. Was sind die wichtigsten Merkmale dieser verschiedenen Kontoformen?

Girokonto

Das Girokonto ist für die meisten von uns das Standardkonto, über das unsere alltäglichen Zahlungen laufen: Gehalt, Miete usw. Du kannst Überweisungen von diesem Konto tätigen (und empfangen) und jederzeit dein Geld am Geldautomaten abheben. Übrigens muss ein Überweisungsauftrag in der Regel innerhalb eines Arbeitstags ausgeführt werden.

Die meisten Banken zahlen momentan kaum oder gar keine Zinsen – im Gegenteil, immer mehr Banken führen Kontoführungsgebühren ein.

Tagesgeldkonto

Das Tagesgeldkonto funktioniert ähnlich wie ein Girokonto. Allerdings kannst du vom Tagesgeldkonto keine Überweisungen tätigen und kein Geld direkt einzahlen. Das läuft über ein Referenz-Konto, normalerweise ein angeschlossenes Girokonto.

Da beim Tagesgeldkonto die Liquidität etwas geringer ist als z.B. beim Girokonto – du kannst ja nicht einfach eine Überweisung tätigen – sind die Zinsen etwas höher als beim Girokonto. Allerdings muss man sagen, dass in den jetzigen Niedrigzinszeiten auch auf einem Tagesgeldkonto kaum Zinsen gezahlt werden. Auch auf Tagesgeldkonten werden zurzeit kaum noch Zinsen gezahlt.

Das Tagesgeldkonto eignet sich hervorragend, um deinen Notgroschen darauf zu „parken“. Dies hat zwei Gründe: Wenn irgendwann die Zinsen wieder steigen, wirst du auf deinem Tagesgeldkonto höhere Zinsen bekommen als auf dem Girokonto. Das ist gut, da dein Notgroschen somit zumindest nicht von der Inflation aufgefressen wird. Außerdem kommst du zwar im Notfall jederzeit an deinen Notgroschen dran, hast ihn aber dennoch separat und nimmst ihn nicht, um deine laufenden Ausgaben zu decken (oder Urlaub zu buchen).

Festgeldkonto

Bei einem Festgeldkonto stellst du dein Geld für einen bestimmten Zeitraum (mindestens einen Monat) der Bank zur Verfügung. Während der Zeit kannst du dieses Geld nicht abheben. Das Festgeldkonto hat entweder eine festgelegte Laufzeit, oder eine bestimmte Kündigungsfrist.

Da die Liquidität im Vergleich zum Girokonto geringer ist – du kommst nicht so schnell an dein Geld – sind die Zinsen etwas höher. Allerdings bekommst du in Deutschland zurzeit selten mehr als 0,5% Zinsen. Das Festgeldkonto ist daher keine Geldanlage, sondern höchstens zur Überbrückung geeignet. Wenn du also weißt, dass du in zwei Jahren einen bestimmten Betrag benötigst (weil du z.B. eine Ausbildung finanzieren willst), dann kannst du diesen Betrag für die Zeit auf ein Festgeldkonto legen. Für so eine kurze Zeitspanne ist es nicht empfehlenswert, Geld in Aktien zu investieren. Auf dem Festgeldkonto bekommst du immerhin etwas höhere Zinsen als auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto.

Sparkonto

Sparkonten werden einmal jährlich zum 31. Dezember abgeschlossen und verzinst. Die errechneten Zinsen des abgelaufenen Jahres werden dem Sparguthaben gutgeschrieben. Dieser Sparstrumpf galt lange Zeit als der Deutschen liebstes Finanzprodukt. Inzwischen haben aber selbst hierzulande die Leute verstanden, dass man nicht zu viel Geld unverzinst liegen lassen sollte.

 

Für alle diese Kontoformen gilt: Die Zinsen reichen momentan nicht aus, um die Inflation auszugleichen. Dein Geld ist also immer weniger wert. Für die langfristige Geldanlage eignet sich ein Konto daher nicht. Um unser Geld kurzfristig oder für den Notfall sicher zu verwahren, müssen wir uns aber mit den niedrigen Zinsen abfinden.

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