“Geld ist mein Freund!” – Glaubst du das wirklich?

Ein großer Anteil unseres Verhaltens basiert auf Dingen, die wir in unserer Kindheit aufgeschnappt haben. Was wir als Kinder sehen, nehmen wir erstmal als etwas wahr, das so sein muss.

Ich habe letztens ein Geschwisterpaar beobachtet, die sich darum stritten, wer später mal das Sagen hat. Die Schwester (ca. 6 Jahre alt) und der Bruder (ca. 8 Jahre alt) warfen sich also die Sätze zu: „Wenn ich mal groß bin, werde ich Chef!“ – „Nein, wenn ich mal groß bin, werde ICH Chefin!“

Dann sagte der Bruder: „Wenn ich mal groß bin, dann werde ich Bundeskanzler! Dann bin ich Chef von euch allen.“

Daraufhin die Schwester: „Das geht nicht, du musst eine Frau sein, um Bundeskanzlerin zu werden!“

Mein erster Impuls war, das Mädchen dafür zu feiern, wie sie sich behauptete. Und dann habe ich das genauer angeschaut:

Diesem Mädchen hat sicherlich niemand gesagt, dass man eine Frau sein muss, um Bundeskanzler zu werden. Sie hat es einfach ihr ganzes Leben so gesehen, und ihre Schlussfolgerung ist: Wenn es kein Gegenbeispiel gibt, muss es wohl so sein.

Wir haben ganz viele solcher Glaubenssätze verankert. Die meisten von uns schlummern gut versteckt in unserem Unterbewusstsein. Im Zusammenhang mit Geld sind sehr viele Glaubenssätze negativ behaftet.

Hier sind einige Beispiele:

  • Geld ist die Wurzel allen Übels.
  • Um Finanzen kümmert sich der Mann.
  • Geld verdirbt den Charakter.
  • Papa verdient das Geld, Mama kümmert sich um die Familie.
  • Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt.
  • Reiche Menschen sind nicht glücklicher als arme Menschen.
  • Es ist nicht genug Geld für alle da.
  • Der Mann bringt das Geld nach Hause.
  • Es gibt Wichtigeres als Geld.
  • Reichtum macht einsam.
  • Zeit ist Geld.
  • Reichtum schafft nur Neid.
  • Wenn ich reich bin, liebt man mich nur meines Geldes wegen.

Stell dir jetzt einmal vor, du würdest mit einer Freundin reden. Dieser Freundin sagst du ständig:

Es gibt Wichtigeres als dich. Du verdirbst meinen Charakter. Mit dir bin ich nicht glücklicher als ohne dich.

Wie würde diese Freundin reagieren? Sie hört sich diese Aussagen von dir vielleicht zwei, drei Mal an – und dann dreht sie sich um und marschiert aus deinem Leben.

Geld verhält sich ganz ähnlich. Wenn wir diese negativen Sätze glauben, wird unser Unterbewusstsein uns auf dem Weg zu finanzieller Unabhängigkeit immer wieder sabotieren.

Wie wäre es, wenn du statt der negativen Glaubenssätze eine positive Verbindung mit Geld aufbaust? Hier sind einige Beispiele, wie solche Sätze aussehen könnten:

  • Geld ist Lebensqualität.
  • Geld schenkt mir Wahlfreiheit.
  • Es ist genug Wohlstand für alle da.
  • Ich genieße mein Leben.
  • Es ist allein meine Sache, wofür ich mein Geld ausgebe.
  • Das Universum meint es gut mit mir.
  • Je mehr ich habe, umso mehr kann ich geben.
  • Geld ist Wertschätzung.
  • Geld bewirkt viel Gutes.

Je positiver du Geld gegenüber eingestellt bist, umso leichter wird es dir fallen, damit umzugehen und es zu vermehren. Es wird dir leichter fallen, zu sparen. Dir werden plötzlich neue Möglichkeiten einfallen, wie du Geld verdienen kannst. Probiere es doch einfach mal aus!

Welche weiteren, positiven Glaubenssätze fallen dir zum Thema Geld ein?

6 Replies to ““Geld ist mein Freund!” – Glaubst du das wirklich?”

  1. Christel Hoffmann

    Liebe Claudia, ich finde das eine sehr interessante Betrachtung über dieses Negativ-Image von Geld. Und wie man das Ganze positiv umdrehen kann, so dass einem das Unterbewusste in Geld-Dingen keine Fallen stellen kann. Danke!

    • Claudia, Female Finance Forum

      Liebe Christel,
      es freut mich sehr, dass dir diese Betrachtung gefallen und neue Sichtweisen gebracht hat.
      Herzliche Grüße!

  2. Ute müller

    Geld zu haben ist ein wunderbares Gefühl. Zuviel Geld ist schädlich. Aber das kann man ja z. B. verschenken, spenden…. Das ist ein wunderbares Gefühl!! Gut, dass Du das so formulierst.
    Ute

    • Claudia, Female Finance Forum

      Liebe Ute,
      schön, dass dir der Beitrag gefallen hat. Jetzt wäre es spannend, herauszufinden, warum du davon überzeugt bist, dass zu viel Geld schädlich ist. Muss das so sein?
      Du kannst ja mal dein Unterbewusstsein erkunden 😉

  3. Gisela Bergenthal

    Klasse, wie du diese unterschiedlichen Botschaften auflistest und wie man sie entschärfen kann. Ich glaube, dass vielen Leuten die 2. Hälfte gar nicht genug bewusst ist.

    • Claudia, Female Finance Forum

      Liebe Gisela,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe auch den Eindruck, dass wir insbesondere in Deutschland häufig den Fokus auf die negativen Aspekte von Geld legen. Schade! Teile den Beitrag gerne mit allen Menschen, denen du einen positiven Umgang mit Geld wünschst 🙂

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