Reinigungskraft als Investition?

Heute möchte ich im Kontext „Finanzen in der Beziehung“ ein Thema aufgreifen, das auf den ersten Blick nichts mit Finanzen zu tun hat. Nämlich die Frage:

(Wann) lohnt sich eine Haushaltshilfe, wie zum Beispiel eine Reinigungskraft?

Hier gibt es natürlich verschiedene Dimensionen und Blickwinkel. Rein finanziell betrachtet, lohnt sich eine Reinigungskraft vermutlich erstmal nicht. Zumindest nicht, solange ich meine Freizeit – die ich verwenden muss, um selber zu putzen – nicht finanziell aufwiege. In anderen Worten: Ich rechne nicht meinen Stundenlohn, sondern schaue nur auf den Stundenlohn des Reinigungsmenschen, und nehme an, dass ich mir selber kein Gehalt zahlen würde.

Carrie Green , eine tolle Unternehmerin und Vorbild für viele Unternehmensgründerinnen, hat gesagt: Gib alles ab, was jemand anderes für einen Stundenlohn macht, der unter deinem eigenen liegt.

Am Wochenende hast du die Wahl: Entweder, du putzt deine Wohnung. Sagen wir, du brauchst dafür zwei bis drei Stunden. Das ist vermutlich ganz schön wenig, zumal ja zwischendurch die Fenster dazu kommen, oder das Treppenhaus, oder die Balkonmöbel.

Die Alternative ist, dass du die Zeit nutzt, um dich zu erholen. Zum Beispiel am Badesee, bei einer Fahrradtour oder mit deinen Kindern auf dem Spielplatz.

Wenn du gut erholt bist, wirkt sich das positiv auf dein Leben aus. Bei deiner Arbeit kannst du kreativere Lösungsvorschläge entwickeln, bist effizienter oder einfach motivierter, auch nervige Aufgaben zu erledigen. Am Wochenende bist du ebenfalls besser gelaunt, wenn du mit deinen Freunden, Familie oder dir selber zusammen bist und dich nicht um den nervigen Haushalt kümmern musst. Du hast plötzlich Zeit und Energie, endlich mal wieder an einer Fortbildung teilzunehmen.

Dies alles kann tatsächlich positive finanzielle Auswirkungen haben: eine Gehaltserhöhung, die (möglicherweise dank der Fortbildung) schneller kommt als erwartet. Eine kreative Unternehmens-Idee, die du hast, als du mit deinen Freundinnen herumspinnst. Die Muße, mal wieder etwas selber zu nähen oder auf einem Flohmarkt zu entdecken, anstatt alles möglichst schnell und daher neu zu kaufen.

Selbst, wenn die Freizeit keine finanzielle Belohnung mit sich bringt, gibt es noch einen anderen Aspekt, den ich erwähnen möchte: Paare, die Arbeit (wie putzen oder kochen) abgeben, sind glücklicher in ihrer Beziehung! Das liegt daran, dass sie sich durch dieses Abgeben eben diese Freizeit erkaufen – oder „Quality Time“ als Paar. Außerdem gibt es weniger Anlass zu Streit.

Dies ist wieder ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, deine persönlichen (finanziellen) Prioritäten zu kennen. Sei nicht verschwenderisch mit deinem Geld – du kannst es nicht lange aufrecht erhalten, ständig über deinem Einkommen zu leben. Sei aber auch nicht zu knauserig – das Geld für die richtigen Dinge auszugeben, kann sich auszahlen. Auf jeden Fall in Lebensqualität, möglicherweise auch finanziell.

Finde heraus, was dir wichtig ist, und schau, wie du diese Dinge erreichen kannst. Eine Haushaltshilfe ist nur ein Beispiel, das dir helfen kann.

2 Replies to “Reinigungskraft als Investition?”

  1. Christel Hoffmann

    Ganz genau, Claudia! So habe ich es als Ärztin, Hausfrau, Mutter und ehrenamtlich Tätige immer gehalten. Zeit haben, die Seele baumeln zu lassen, sich schön zu machen für den Partner oder schlicht in einem schon tausendmal gelesenen Schmöker zu versinken -> alles perfekte Alternativen zum Putzen, Waschen und Bügeln, was wiederum liebe Hilfen machten, die außer dass sie damit Geld verdienten auch noch Spaß daran hatten und es deshalb gut machten. Kann ich nur empfehlen!!

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